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Trachten und Sitten im Elsass / Text von A. Laugel ; Illustrationen von Ch. Spindler
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TRACHTEN UND SITTEN IM ELSASS 2 5 7

schiedenen Dörfer der Ebenewerfen, um einigermassenderen Besonderheiten fest-zustellen. Wir wandern dabeivon Mülhausen bis gegenDrusenheim über Neubrei-sach und Markolsheim.

Unschwer werden wirbei dieser Wanderung er-kennen, dass sich die Dörferdes Oberelsasses erheblichvon denen des Unterelsassesunterscheiden. Zunächst, vonMülhausen bis Neubreisach,haben die an der grossenVerkehrsstrasse von Strass-burg nach Basel liegendenOrtschaften recht wenig Be-merkenswertes aufzuweisen;

Bäuerin aus der Umgegend von Schlettstadt.

nirgends erblickt man hier

jene schöne, stattlichen Bauernhöfe, durch die sich die Dörfer inder Umgegend von Weissenburg oder im Kochersbergerland aus-zeichnen. Es giebt eben hier nirgends so fette und fruchtbareLändereien wie in den eben erwähnten Landstrichen. Der Ackerbodenruht hier fast überall auf Kiesgrund und giebt nur magere Ernten,infolge des misslichen Wechsels von übertriebener Trockenheit mitallzu grosser Nässe; dazu kommen noch die häufigen Ueberschwem-mungen, mit denen es allerdings von Jahr zu Jahr besser wird, dankden energischen Arbeiten an der Eindämmung und Regulierung desFlusslaufes. Diese Sachlage ist natürlich von wesentlichem Einflüsseauf die Gestaltung der bäuerlichen Behausungen; denn be'i gleicherOberfläche sind hier die Erträge viel geringer als in den Gegenden,die wir bisher durchwandert haben, und man braucht also nicht jeneweitgedehnten Baulichkeiten, in denen gleich wie in einem bodenlosenAbgrunde die grossen Wagen voll Heu oder Getreidegarben einfachverschwinden. Die Häuser sind hier niedrig und haben in der Regelnur ein Erdgeschoss, das auf die Strasse hinausgeht und von einem

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