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Trachten und Sitten im Elsass / Text von A. Laugel ; Illustrationen von Ch. Spindler
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ERLÄUTERUNGEN DER FARBENTAFELN

ganz glatt anliegen. Um den Hals eine kleine Spitze, die vorn und hinten eine kleinedurchbrochene Verzierung aufweist; vorn ist ausserdem ein grosser Namenszug roteingestickt. Die Aermel sind lang, werden aber gewöhnlich bis zum Ellbogen zurück-geschlagen und dort durch ein Band festgehalten.

Der Unterrock ist aus grober, karrierter Leinwand und stark wattiert; um die Taille,die bis zur Brust hinaufgeht, ist ein starker Wulst angebracht, um den Rock zu halten.Der Unterrock wird durch zwei Tragbänder gehalten und ist unten mit einem Band vonschwarzem Sammt verziert.

Das seidene Mieder, meist in dunklerer Farbe, ist mit dem Rock nicht verbunden,sehr kurz und stark ausgeschnitten, sodass vorn das Hemd sichtbar ist; es wird vornedurch ein Häckchen festgehalten.

Der Rock ist gewöhnlich schwarz oder tiefblau und sehr lang; um die Taille ist erin sehr engen und kurzen Falten zusammengefasst. Er wird an der Seite geschlossen;am untern Rand ist er mit schwarzem Sammt eingefasst.

Unter dem Mieder wird ein dreieckiges Bruststück aus Karton eingesetzt, das mitglänzenden Seidenstoffen überzogen und oben mit einem breiten seidenen Plissee verziertist. Dieses Bruststück steckt unter dem Mieder und dem Rockband, die es bedecken;bei vollendeter Toilette verschwindet es fast ganz.

Die Jacke trägt man nur bei dem Kirchgang; sie ist aus schwarzer Seide, mit langenund engen Aermeln, die am Handgelenk mit einem Plissee verziert sind. Sie schliesstsich unmittelbar an die Taille an und wird vorn mit einer einzigen Spange geschlossen.Der Ausschnitt ist viereckig, über der Brust weit offen und mit einem Band aus schwarzemStoff eingefasst. Die Aermel sind am Handgelenk gefältelt und mit einer Spangegeschlossen, die von einer Bandschleife verdeckt wird.

Die Schürze aus bunter Seide ist viereckig geschnitten und geht bis zur Mitte desBeines; sie wird um die Taille mit einem langen und breiten schwarzen Seidenbandfestgebunden, das vorn eine Schleife bildet. Am oberen Rand ist sie beiderseits inkleine und sehr enge Falten gelegt.

Die Halskrause ist aus schwarzem Sammt und mit gefältelten Spitzen eingefasst; siewird rückwärts mit Häkchen geschlossen, die durch eine sehr steife Schleife ausschwarzer Seide verdeckt werden. An dem Sammtband hängt ein kleines silbernes Kreuz.

Das Halstuch ist viereckig und aus schwarzer Seide; in der einen Ecke sind rote,in der andern weisse Blumen eingestickt (Trauerkleid). Es wird so gefaltet, dass esrückwärts in längerer Spitze ausläuft, und wird am Halse durch eine Nadel festgehalten;die Zipfel sind vorne zusammengefasst und in das Mieder gesteckt.

Endlich kommt hierzu noch eine Schleife von roter, violetter oder schwarzer Seidedie mitten auf dem Bruststück mit einer Brosche befestigt ist, und unter dem Halskragenträgt man eine Halskette aus Granaten.

Diese ganze Toilette ist also sehr verwickelt. Es wären eigentlich noch mancheEinzelheiten zu erwähnen, die für sie bezeichnend sind; so werden die verschiedenenStücke, die den Oberleib bekleiden, auf dem Rücken durch eine Naht im Kreuzstichzusammengefasst, und zur Verzierung werden an allen möglichen Punkten kleine Plissee-stückchen angebracht: an der Taille, zu beiden Seiten der Schürze, am Bruststück, amHalskragen, an den Aermeln und sonst an der Jacke, kurzum überall, wo man nurirgendwie an eine Verzierung denken kann.

Die Kopfbedeckung endlich besteht in einem kleinen, sehr steifen Käppchen ausSammt, das mit Flitter und farbigen Perlen geschmückt ist; es wird aber fast ganzverdeckt durch schwarzseidene Bänder, die von dem Hinterkopf ausgehen und über derStirne zusammengefasst sind, sodass sie hier eine kleine Schleife bilden. Es wird mittenauf dem Scheitel getragen, wo es einfach aufsitzt.