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Trachten und Sitten im Elsass / Text von A. Laugel ; Illustrationen von Ch. Spindler
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287
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ERLÄUTERUNGEN DER FARBENTAFELN

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4. Junges Mädchen aus Seebach (Umgegend von Weissenburg).

Das hier abgebildete Kostüm stimmt mit dem soeben beschriebenen in allemWesentlichen überein. Das junge Mädchen hat ihre Jacke ausgezogen. Die Schleifen andem Bruststück und der Haube sind rot; diese in früheren Zeiten sehr übliche Farbewar lange Zeit hindurch ganz aufgegeben und durch schwarz ersetzt worden; erst vornicht langer Zeit ist man auf Veranlassung des früheren Kreisdirektors von Stichanerwieder zu dem Rot zurückgekehrt, wodurch der Gesamteindruck des Kostüms anHeiterkeit gewonnen hat.

Mädchen und Kinder aus Hoffen.

Das Mädchen links, das von rückwärts dargestellt ist, giebt uns ein gutes Beispielvon der Haartracht und der Anordnung des Halstuches. Das letztere, dessen Spitzebis zur Mitte des Rückens geht, wird am Nacken durch eine Nadel zu einem breiten undtiefen Gefältel zusammengefasst. Die Haare sind auf dem Scheitel geteilt und beiderseitsso nach rückwärts genommen, dass sie teilweise die Ohren bedecken; von hinten werdensie dann wieder in breiter Fläche nach dem Scheitel zu gestrichen. Zöpfe gibt esnicht; die Haare liegen ganz glatt an.

An dem kleinen Mädchen rechts, das im Profil gezeichnet ist, sehen wir, wie dieHaare bei den Kindern zurecht gemacht werden: zwei kleine, von den Schläfen aus-gehende Flechten, die vollständig die Ohren verdecken, sind im Nacken zu einemKnoten zusammengefasst.

6. Kinder aus Hunspach (Umgegend von Weissenburg).

Die kleinen Mädchen tragen so ziemlich das gleiche Kostüm wie die älteren; nurdie Jacke ist durch ein Tricot aus brauner Wolle ersetzt. Das Häubchen ist sehrzierlich, aus schwarzer oder brauner Seide, mit Sammt und Bandschleife verziert. DieHaarflechten gehen nicht bis in den Nacken; sie werden über das Häubchen gelegt undoben auf dem Scheitel zusammengehalten.

Das Kostüm des Knaben wird zusammen mit einer späteren Tafel näher beschriebenwerden.

7. Brautjungfer aus Hunspach.

Wir haben Wert darauf gelegt, den Kopfputz einer Brautjungfer und einerHochzeiterin im einzelnen vorzuführen. Er ist alles eher denn einfach und nur voneinem geübten Spezialisten herzustellen; gewöhnlich ist die Frau des Schneiders dieKünstlerin. Die Arbeit erfordert mehrere Stunden. Der Putz besteht aus einer Mengekleiner Flechten, die in symmetrischer Anordnung nach dem Hinterkopf geführt und hierdurch einen grossen Kamm aus Schildpatt und eine schwarze Schleife zuammengehaltenwerden. Künstliche weisse und rote Blumen umgeben nimbusartig den ganzen Kopf.

8. Junge Hochzeiterin aus Hunspach.

Die Hochzeiterin hat den gleichen Kopfputz wie die eben beschriebene Brautjungfer.Im übrigen trägt sie das gewöhnliche Kostüm der jungen Mädchen, nur dass nochkünstliche Blumen und bunte Bänder an den Armen, von der Schulter bis zum Ellbogen,befestigt sind, Geschenke der Brautjungfern und sonstiger Freundinnen der Braut.