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Illustrirter Katalog der Pariser Weltausstellung von 1878 : unter Mitwirkung zahlreicher Berichterstatter ; herausgegeben von W.H. Uhland
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GUSTAV DORfi, PARIS.

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In der Quergalerie des Industriepalastes, in welche mandurch die Porte Rapp gelangte, war das Modell einer Kolossal-vase ausgestellt, durch welches der berühmte Zeichner undMaler Gustav Dore , Paris, sein Talent als Bildhauer bekundet.Mögen hier und da seine Werke auch Mängel offenbaren, un-leugbar zeigen sie doch eine Grossartigkeit, die oft über-wältigend wirkt. Da es an Zeit mangelte, den Bronzeguss der

Vase auszuführen, wurde das Thonmodell ausgestellt und miteiner Farbe überzogen, welche die antike Patina der Bronzesehr gut imitirt; auch die Form der Vase ist antik, einerhenkellosen Amphora gleich. Wunderbar reich und phantastischzeigt sich die ungemein schön modellirte Decoration. Das istein Reichthum von üppigen fruchttragenden Weinranken, eineFülle des Lebens in den männlichen und weiblichen Gestalten,

mythischen Faunen und lieblichen Amoretten, die lustig ander Vase emporklettern und dabei theils glücklich ihr Zielerreichen, theils kläglich herabgleiten an der glatten Wandund im Sturze andere ihrer Genossen mit sich liinabreissen!Da ist alles Leben, Bewegung, von feinem Humor durch-geistigt und von frischer Thatenlust durchdrungen, eine überausreizende Personification all der tollen Geister, die aus dem

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berauschenden Trank emporsteigen, dessen Wirkungen dieseGestalten symbolisiren. —

Ergreifender Ernst dagegen cliarakterisirt das zweite WerkDore’s: ein von Leidenschaft überwältigter Jüngling, der,kraftlos hinsinkend, von dem in einer geflügelten Frauenge-stalt personificirten Schicksal unerbittlich seinem Verhängnissentgegengeführt wird — eine düstere Allegorie.

nach van Sprendeneck, diejenigen von Beziat, die wir alswahre Kunststücke bezeichnen müssen, denn bekanntlich istdas Roth dem Fayencekünstler eine fast unzugängliche F arbe,die Vasen von Vieillard & Co. mit geschmackvollen Arabeskenund die von Aubky im japanischen Stil, die Wassermalereienvon Milet & Massier, die Imitationen der alten Fayencen vonRevers aus den dortigen F'abriken, die impastirten Malereienaus Gien (Füllhörner mit Blumen, Schüsseln mit Landschaftenund Jagdscenen von Grene). Wie zu erwarten stand, hat dieFrauenarbeit zu dieser Ausstellung reichlich beigetragen. Be-merkenswerth sind ein Ludwig XV. von M 1 “ Bazin und eine

Venus, grau in grau gemalt, von M I1B Bellion (dieses Genrewird, als zu wenig effectvoll, mit Unrecht vernachlässigt). DasBedeutendste liefert jedoch Deck. Seine weiblichen Brustbilder,seine Portraits Heinrich’s IV. und Ludwig’s XIV., seine typischenKöpfe aller Zeiten, von Colin, Hirsch, Anker ausgeführt, ins-besondere zwei Schüsseln von Laciienard gemalt, von derentiefblauem Emailgrunde sich das farbenreiche Gefieder derVögel prachtvoll abhebt, machen Anspruch darauf, wirklicheGemälde zu sein, und sind mit ihren tiefen und satten Schmelz-farben in der Tliat von grosser decorativer Schönheit. Unterden Fabrikanten, die sich die Wiederbelebung der alten Fayencen,