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Illustrirter Katalog der Pariser Weltausstellung von 1878 : unter Mitwirkung zahlreicher Berichterstatter ; herausgegeben von W.H. Uhland
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A. CASTELLAXI, ROM. — ALESSAXDRO NELLI, ROM

Kaum ein zweites Volk besitzt eine so grosse Vorliebe für den !Schmuck wie die Italiener, und da auch kaum ein zweites mehrkünstlerische Begabung hat als diese, ist es erklärlich, dass die

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Goldschmiede- und Juwelierkunst zu den glänzendsten Industriendes Landes gehört. Als ihr berühmtester Vertreter behauptet sich nochimmer A. Castellam, Rom, der in den wundervollsten Imitationen

antiken Goldschmuckes den Juwelieren aller Länder die naeliahmens-werthesten Vorbilder und Anregung zu vollendet künstlerischenArbeiten gegeben hat. In der Collection, die er zur Ausstellung

gebracht hatte, war denn auch.eine ungemein interessante Sammlungvon Schmucksachen in den alten nationalen Stilarten enthalten,daneben herrliche Mosaiken, Cameen, Perlgarnituren, mehrere

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prachtvolle, mit farbigem Email verzierte Golddiademe und Colliers,Brochen, Uhrgehänge etc., von denen unsere Abbildung allerdingsnur einen sehr unvollkommenen Begriff zu geben vermag. —

Ein anderer Künstler der „ewigen Stadt“, AlessandroNelli, stellt sich Castellani ebenbürtig an die Seite, daer in seinem Fache, der Bronzefabrikation, gleich Vor-zügliches leistet. Seine ausgestellten Statuen besassenalle Schönheit und Vortrefflichkeit der italienischenBronzen, die allerdings in Bezug auf die Patina hinterden Franzosen und Japanesen zurückstehen, dagegen

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hinsichtlich der Plastik dieselben mindestens erreichenwenn nicht übertreffen. Auch die hier dargestellte Bronze-vase von Nelli ist in der Formgebung wohlgelungen undmacht ganz den gefälligen Eindruck, den man von denErzeugnissen des kunstreichen Landes erwartet und auchhäufig erfüllt findet. Es ist wol kaum nöthig, nochmalszu erwähnen, dass die technische Ausführung hinter derSchönheit des künstlerischen Entwurfes nicht zurücksteht.

Steingut. Von den holländischen Porzellanfabriken hat keinezur Blüte gelangen können.

In Belgien wurde bereits 1711 ein weiches Porzellan er-zeugt, dessen Fabrikation jedoch schon 1795 einging. Tournayproducirt seit langem ein weiches Porzellan von eigenthüm-

lichem Charakter; in den letzten Jahren wird dort die Imitationalter Sevres-Waaren schwunghaft betrieben. Auch hat sichBelgien in der Fabrikation der Majoliken versucht, doch sindTon und Haltung zu schwer und geht dadurch der Reiz derOriginale verloren. Auf der Pariser Weltausstellung nimmt