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Illustrirter Katalog der Pariser Weltausstellung von 1878 : unter Mitwirkung zahlreicher Berichterstatter ; herausgegeben von W.H. Uhland
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DECAUVILLE AIXE, PETIT-BOURG (SEINE-ET-OISE).

Ausgrabung von 5 Centimeter Tiefe zu machen; alsdann legtman die geraden Strecken, die Curven und Kreuzungen an-einander und füllt da,wo das Geleise etwavon gewöhnlichemFuhrwerk überschrit-ten wird, den Zwi-schenraum mit As-phalt oder gestampfterErde aus, wobei essich empfiehlt, Gegen-schienen auf dem Ue-bergang anzubringen.

Die Eal n-ik liefert übri-gens auch transpor-table Wegeübergänge,in welche Bohlen ein-gefügt sind.

Die Vereinigung derSchienen geschiehtohne Bolzen, indemman nur einfach dieEnden der Joche an-einandersteckt. Zudiesem Zwecke trägt das eine Ende angenietete Laschen, welcheunter den Schienen-kopf des andern Endesgeschoben und hier-durch so solid ver-bunden werden, dassman einen ganzenSchienenstrang auf-lieben kann, ohne dieVerbindung zu zer-stören.

Ebenso zweckmässigwie die geraden Schie-nen sind die Kreuzun-gen, I Irehscheiben und"Wendeplatten con-struirt, welche Theileohne Ausnahme mitder grössten Leichtig-keit transportirt undmit dem Schienenstrang in Verbindung gebracht werden können.

Die Wagen dieser kleinen Eisenbahn sind mit festen Achsenund vier Hartgussrädern versehen. Je nach dem Zweck, welchemdie Balm dienen soll, erhalten sie verschiedenartige Construc-tion. Gewöhnlich kommen die sogenannten Platformwagen zurAnwendung, wie unser Holzschnitt auf der zweiten Seite dereneinen darstellt. Auf diesen Platformwagen werden dann zumTransport von Mate-rialien wie Torf, Kü-hen. Kartoffeln u. s. w.

Tragkörbe aufgesetzt,wie wir einen solchenebenfalls abgebildethaben. Für den Trans-port von Erde, Kohlen,

Erzen u. s. w. wendetman Wagen an, wieunser zweiter Holz-schnitt auf der zweitenSeite zeigt, welche miteiner Kippvorrichtungversehen sind. Eineinfacher Mechanis-mus gestattet zu glei-cher Zeit die Klappedes Kastens zu öffnen

! grossem Wagen, überhaupt alle diejenigen, welche für denj Transport grösserer Lasten bestimmt sind, haben bewegliche

Achsen und Lager-büchsen, welche denender Eisenbahnwagenähnlichsind. UmlangeGegenstände zu trans-portiren, z. B. Holz-stämme aus den Wäl-dern zu schaffen, setztman auf die Platform-wagen kleine Dreh-scheiben mit entspre-chenden Gabelgestel-len, auf welchen dieGegenstände aufliegenund welche das Be-fahren beliebiger Cur-ven gestatten. Aufdiese Weise kann manmit Stämmen von 20Meter Länge Curvenvon 8 und 6 Meter mitLeichtigkeit befahren.

| Alle Theile der transportabeln Eisenbahn sind leicht, aber

solid und vom bestenMaterial hergestellt.Ein Platform wagenwiegt 47. der dazu ge-hörige Tragkorb 18Kilogramm. Das Ge-wicht eines Kippwa-gens mit vollständigerAusrüstung beträgt 80Kilogramm.

Schon 10 Monatenach der Aufnahmeder Fabrikation derkleinen Eisenbahnenhatte die Firma De-cauville aine gegen 200solcher Bahnen gelie-fert, von welchen eingrosser Theil in über-seeische Länder ging.

Neuerdings sollenfür den Betrieb dertransportabeln Eisen-bahnen kleine Loco-motiven mit 40 und50 Centimeter Spur-weite gebaut werden.Auch eine neue Art"Wagen sind in Aus-führung begriffen, wel-che zur Beförderungvon Arbeitern einge-richtet werden. U eber-liaupt ist die Fabrikbemüht, bei ihrem Sy-stem noch verschie-dene V erbesserungeneinzuführen, welche eszur Verwendung füralle Specialzwecketauglich macht.

Sehr praktisch fin-den wir die Einrich-tung, dass für tem-poräre Arbeiten auch

und denselben umzukippen, um den Kasten zu entleeren: Diese | solche Eisenbahnen mit allem Zubehör vermiethet werden.

einen durchbrochenen Aufsatz, der mit Jalousien versehen istund den Zwecken der Ventilation dient. Diesen Aufsatz decktein horizontales, mit Geländer versehenes, ca. 5 Meter breitesDach, das in ähnlicher "Weise wie die Platform,_ welche sichüber die Dächer der Vestibüle hinzieht, zur Communication dient.

Durch Quergänge ist jede Maschinenhalle in 11 annäherndgleiche Theile getheilt. Die Wellenleitungen für die in Betriebzu setzenden Maschinen liegen auf besondern, von Säulen ge-tragenen Gerüsten, die sich in der Mitte der Hallen durch dieganze Länge derselben hinziehen. An den Seiten der Hallensowie in der Mitte zwischen den Säulen der Transmissions-gerüste hindurch führen die Wege für die Ausstellungsbesucher

hin. Durch diese Anordnung ist allerdings der Ausstellungs-raum etwas verkleinert, sie bietet aber den Vortheil, dass dieexponirten Maschinen von allen Seiten bequem in Augenscheingenommen werden können.

Den zum Betrieb der in den Maschinenhallen ausgestelltenMaschinen nöthigen Dampf liefern die ausserhalb der Hallenplacirten Dampfkesselanlagen. Frankreich, welches die an derAvenue de la Bourdonnaye gelegene Maschinenhalle vollständigoccupirt, hat fünf Kesselhäuser aufgestellt. Durch gemauerteKanäle, welche unter dem Fussboden hinlaufen und zugleichzur Aufnahme der Wasserleitungsröhren dienen, werden dieDampfröhren von den Kesseln zu den Maschinen geführt.