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Illustrirter Katalog der Pariser Weltausstellung von 1878 : unter Mitwirkung zahlreicher Berichterstatter ; herausgegeben von W.H. Uhland
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JOHN & HENRY GAVYNNE, LONDON.

So bedeutend auch das Vorur-theil war, welches sich den Tur-binen entgegenstellte, es vermochtedoch nicht den günstigen Resul-taten gegenüber stand zu halten,die durch gelungene Constructionenüberall erzielt wurden und auchdie enragirtesten Gegner der Tur-bine haben sich in letzter Zeitdurch die tliatsächliclien Beweisebekehren lassen, welche die Vor-theile der Turbinengegenüber den "Was-serrädern selbst fürjeden Laien augen-fällig machten. DieWasserräder ältererConstruction sinddeshalb fast überallauf den Aussterbe-etat gesetzt und eswerden an ihrerStelle Turbinen ein-gerichtet , welcheeine grosse Verein-fachung der Trieb-werke gestatten undbei guter Construc-tion viel leichter imBetrieb zu erhaltenund weniger Repa-raturen ausgesetztsind als jene.

Unter den be-deutendsten Turbi-nen-Constructeurennehmen die Ingeni-eure John & Hen-ry Gwvnne, 89 Can-non Street, London,eine hervorragendeStellung ein. Die-selben haben Turbi-nenmodelle zur Aus-stellung gebracht,welche ihr Systemveranschaulichen.

Wir geben auf denbeiden vorliegen-den Seiten eine An-zahl Abbildungenvon Turbinen nachder Gwynne’schenConstruction.

Die erste Figurzeigt die Disposi-tion einer Turbinefür grössere Gefälle.

Das Wasser wird ineinem offenen Ka-nal zugeleitet undam Ende desselbendurch ein senkrech-tes Fallrohr in die'Turbine geführt.

Diese ist von einemSpiralgehäuse um-geben, das den Leit-apparat enthält,durch welchen dasWasser seitlich in

die Turbine eintritt. Der Austrittdesselben erfolgt innerhalb des Tur-binenrades nach oben und untenzu gleicher Zeit. Zur Bewegungs-übertragung werden konische Räderangewendet. Der zweite und dritteHolzschnitt auf der ersten Seitestellen im Aufriss und Grundrisseine Turbine dar, die für ein Ge-fälle von ca. 3 Meter construirt ist.Hier wird das Wasser in einem ge-mauerten Canal di-rect zum Turbinen-gehäuse geleitet,wodurch die ganzeAnlage sehr verein-facht wird. ZumAbsperren des Was-sers ist ein vonobenstellbarer Schiebervorhanden. Die An-ordnung einer spe-ciell zum Wasser-pumpen angelegtenTurbine ist aus derersten Figur auf derzweiten Seite zu er-sehen. Die von derverticalen Turbi-nenachse direct an-getriebene Horizon-talwelle trägt anihren beiden EndenKurbeln, welche mitPlungerpumpen inVerbindung gesetztsind; dieselben ent-nehmen das Wasseraus der Radgrube.Ihre Druckröhrenvereinigen sich un-ter dem neben derTurbinenachse er-sichtlichen Wind-kessel. Der Turbinewird das Wasser(von der linken Sei-te) durch eine Röhrezugeführt, die aufunserer Zeichnungeinpunktirt ist. Diebeiden links über-einander stehendenFiguren zeigen eineTurbinendisposi-tion mit Fallrohrvon oben gesehen,wobei in der obernZeichnung Zufluss-kanal und obereLagerung des An-triebes zu sehensind, während dieuntere das Turbi-nengehäuse und dasTurbinen rad erken-nen lässt. Die letz-ten beiden Figurenendlich geben nochdie Darstellung ei-ner interessanten

Die Maschinen sind in der Regel 7 Stunden täglich in Be-trieb. Ein Tag im Monat ist für Reparatur, Reinigung, Re-vision u. s. w. der Maschinen bestimmt. Die Kraft, welche vonden in der französischen Maschinenhalle aufgestellten Betriebs-maschinen entwickelt wird, beträgt 500 bis 800 Pferde (gegennur 300 im Jahre 1867). Von den 11 Abtheilungen der vonden fremden Ländern occupirten Maschinenhallen an der Avenuede Suffren zeigen nur 5 die Maschinen im Betriebe. Es sinddies zwei Abtheilungen für England, eine für die VereinigtenStaaten von Nordamerika und Schweden, eine für die Schweizund Belgien und eine für Oesterreich-Ungarn, mit welchenvier Kesselhäuser correspondiren. Die Kraftübertragung ist in

derselben Weise angeordnet wie in der französischen Ab-theilung.

Ausserhalb jeder Maschinenhalle und der ganzen Länge nachan dieselbe angebaut, befindet sich eine Halle von 12 MeterBreite und 6 Meter Höhe, an welche sich der bedeckte Perronvon 5 Meter Breite anscliliesst. Die Dachbinder bestehen fürHalle und Perron aus Gitterträgern, welche einerseits mit denPfeilern der Maschinenhallen verbunden sind, andererseits auffreistehenden gusseisernen Säulen aufruhen, die zugleich alsWasserabfallrohre dienen.

Auf jeder Seite des Hofes liegen drei durch 5 Meter breiteGalerien miteinander verbundene Industriehallen von 25,2 Meter