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Illustrirter Katalog der Pariser Weltausstellung von 1878 : unter Mitwirkung zahlreicher Berichterstatter ; herausgegeben von W.H. Uhland
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GEBR. ISRAEL, WIEN.

Früher, und an vielen Orten auch jetzt noch, wurde dasrohe Getreidekorn nach einer oberflächlichen Reinigung ohneweiteres dem Mahlprocess unterworfen. Nachher trennte mandann Kleie und Mehl voneinander durch Schütteln des Mahl-gutes in durchlässigen Beuteln. Den Anforderungen der Jetzt-zeit genügen aber die Resultate einer solchen primitiven Mahl-methode nicht und man bemüht sich schon lange mit mehroder minder Erfolg Maschinen zu erfinden, welche die Schalenvon dem Korn abschälen und das reine Getreidekorn zum Ver-mahlen zurücklassen. Eine derartige, von Gebe. Israel, Wienund Dresden, eingeführtc Reinigungsmaschine nach Ru-

dolfs Patent zeigt sich in dem links stehenden Holzschnitte.Bei derselben gelangen nach vorheriger oberflächlicher Reini-gung die Körner mehrere male zwischen rasch rotirendeScheiben, welche schleifend und reibend die Oberfläche derFrucht derart bearbeiten, dass nur völlig reine Getreidekörnerdie Maschine verlassen. —

J. WHITEHEAD & CO., PRESTON.

Die rechts stehende Figur dieser Seite zeigt eine von J. White-head, Preston, gebaute Maschine zur Fabrikation vonThonröhren grossem Durchmessers. Bei derselben erfolgtder Betrieb, ohne irgendwelche Vermittelung, durch einenDampfcylinder, der direct über dem Thonoylinder angeordnetist. An dem Dampfcylinder sind drei Stangen angebracht,welche unten einen zweiten Kolben tragen, der sich beim Ab-wärtsgang des Dampfkolbens in den untern mit Thon gefülltenCylinder schiebt und durch ringförmige Oeffnungen die Thon-masse in Gestalt einer Röhre auspresst. Diese stellt sich auf

den untenstehenden Tisch, welcher sich dem auf ihm lastendenGewichte entsprechend immer tiefer senkt, aber nach Entfer-nung der Röhre seine ursprüngliche Höhenlage wieder ei nnimmt.

Derartige verticalo Maschinen haben den Vorzug, dass-dieRöhren, weil hängend, ohne Tendenz zur Form Veränderungausgepresst werden. Beim Austritt aus horizontalen Maschinenwürden grössere Röhren, da sie noch nicht erhärtet sind, baldeine breitgedrückte, ovale Form annehmen. Die Maschine hatüberdies eine Einrichtung, um die Muffen an die Röhren an-zupressen, während dieselben früher extra aufgesetzt wurden.

III.

Die Ernte.

Gewährt es dem Landwirth schon ganz erheblichen Nutzen,für die Bearbeitung und Bestellung seines Ackers verschiedeneIlülfsmaschinen zur Verfügung zu haben, welche Ersparnisse anZeit und Geld, gründlichere und exactere Arbeit ermöglichen,so werden ihm noch wesentlichere Vortheile durch die Maschinen

geboten, welche bei der Ernte, namentlich für die erste undhauptsächlichste Erntearbeit, das Mähen, zur Anwendung kom-men. Hängt doch oft der ganze Erfolg der Ernte davon ab, dassdas Getreide oder Heu in möglichst kurzer Zeit eingebrachtwerde, um den schädlichen Einflüssen einer allzu heissen oderfeuchten Temperatur entzogen zu sein, die dem schon reifenGetreide erheblich zu schaden, ja eine vielversprechendeErnte fast völlig zu vernichten vermag.