Baukunst. 6z
dieser Kunst ebenfalls, besonders die Tyrier undSidv-nier, welche letztere es darin so weit brachten, daß Sa-lomo sogar einen Theil der Arbeiter zum Tempelbauaus Sidon kommen ließ d). Unter den Griechen er-reichte diese Kunst, deren Erfindung man daselbst er-ster Minerva zuschrieb c), noch mehr Vollkommen-heit, welches unter andern auch die Säulenordnun-gen beweisen, (s. Saulenordnung). Von den Grie-chen kam sie zu den Römern, wo sie unter dem Kai-ser August den höchsten Gipfel erreichte. Nach seinemTode sank sie wieder, man ging von den Regelnund Schönheiten der Alken ab, und der gothischeGeschmack gewann allmählich in der Baukunst dieOberhand. Erst im fünfzehnten Jahrhundert erhob siesich Wieder aus ihren Trümmern. Die Veranlassungdazugab, daß man sich vorgesetzt hatte, einen schönerenTempel zu bauen, als Konstantin dem Heil Petrushülle bauen laßen. Ein gewisser Bruneleschi gab sichdaher zu Anfang dcS fünfzehnten Jahrhunderts dieMühe, auf den Trümmern der alten Gebäude mitdem Maasstabe in der Hand umher zu geben unddie Regeln wieder zu entdecken, wodurch die Gebäu-de der Alken so viel Schönheit erhallen hatten. Ihmfolgten Alberki, Serlio, Palladio, Michael Angelo,Vignola, und so wurde die Baukunst wieder herge-stellt. Der König von Frankreich, Franz I. beriefeinige dieser Künstler in seine Staaten, wodurchdie Baukunst dasclvst so viel gewann, daß sie un-ter Ludwig XIV., durch die beyden Mansards,Perrault, Franz Blondel und le Notre den höchstenGipfel der Vollkommenheit erreichte.