Bildforrnerkunst. 89
einander in genauer Verbindung standen, und daß daseine das andere gegenseitig unterstützen und befördernmußte. Ob der Götzendienst schon vor der Sündstuchseinen Anfang genommen habe , kann man wegenMangel der Nachrichten nicht bestimmen ; zwar könn-te man es aus der Schilderung des verderbten sitt-lichen Zustandes der Menschen jener Zeit muthmas-sen, aber aus einer Muthmaßung laßt sich nichts ge-wisses für das Aller einer Kunst bestimmen. Eben sounzulänglich hierzu ist der Beweis aus dem Josephuss), welcher erzählt, daß Seth 2 Säulen verfertiget,wovon die eine von Stein, die andere von Ziegel-steinen war, und theils astronomische Beobachtun-gen, theils andre Nachrichten darauf verzeichnet ha-be. Seth hatte gewiß andere Bedürfnisse zu befriedi-gen, als daß er an die Verfertigung solcher Säulenund Aufzeichnung astronomischer Beobachtungen hät-te denken können. Wahrscheinlich meinet Josephus dieSäulen, welche in unterirdischen Hölcn bey Thebenjenseit des Nilstroms standen, und vom That mit Hie-roglyphen beschrieben waren *). Da man dieEntstehungder Abgötterei) mit ^sichrerem Grunde um das JahrrZoo u. E. d. W. setzt : so könnte man diesen Zeit-punkt auch für die Entstehung der Bildformerkunstannehmen, welches sich auch mit der Sage vereini-gen ließe, daß Abrahams Aeltervater, Serug, der >8>ygeboren wurde, schvu die Bilder tapferer Männerverfertiget habe. Darin stimmen indessen mehrereüberein, daß der Ursprung dieser Kunst in Chaldäa zusuchen sey, und Epiphanias b) will sogar wissen, daßTharah, Abrahams Vater, der 1878 geboren wurdeund aus Uz in Chaldäa gebürtig war, schon Bilder