Band 
Erster Theil.
Seite
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Bikdgiesterkunst. YL

erlernt haben müssen, beweisen die kleine gegossenehetrurische Figuren, die man unter den römischen Al-terthümern findet. Die erste aus Erz gegossene Bild.jaule in Rom soll ein Bild der Ceres gewesen seyn.Wie.beliebt diese Kunst in Rom gewesen sey, kannman auch daraus abnehmen, daß der römische Bau-meister Scaurus mehrere tausend eherne Bildsäulenauf das von ihm erbaute prächtige Theater setzen ließ.Die Römer gössen auch Bildsäulen aus Gold undSilber; M> Atlilius Glabrio, der um Zy-7 lebte,ließ seinem Vater eine gvldne Bildsäule zu Pferde er-richten, welche in Rom die erste dieser Art war. Au-gustus steuerte aber dieser Verschwendung durch einVerbot, worinne er befahl, die Bildsäulen nur ausErz zu giessen. Wie alt die Kunst sey, Massen von Er-de, Sand, Thon und Stein zu erweichen, in Formenzu giessen, und ihnen dann wieder eine Stcinhärte zugeben, läßt sich nicht gewiß bestimmen; so viel aberweiß man, daß Adam Kraft zu Nürnberg, derim Spikat zu Schwabach starb, dieselbe verstand,denn Sandrart g) sagt von ihm : „Er hatte die son-derbare Wissenschaft, die harten Steine zu erwei-sen, in die aus Leimen und gestossnen Steinen be-reitete Formen zu giessen, und dann wieder zu har-ren." Im Jahr 1775 erfand Nicolaus Lwne, einneapolitanischer Jngenier zu Rom dieses Geheimnißwieder und erhielt vom Pabst ein ausschlieffendes Pri-vilegium für den ganzen Kirchenstaat darüber. Erkann diesen gemachten Steinen Schwere und Härtegeben, wie man es haben will, und 1776 machte ereine Bildsäule des Pabsts, die dem schönsten alaba-sternen Marmor gleich kam r). Eine ähnliche Masse,