Bildhauerkunst. yy
bert. Da indessen erzählt wird, dass dieses Bild einenSpieß in der Hand hielt: so könnte man aus die-sem Umstände mit Recht schliesset!, daß das Alter des-selben nicht über die Zeiten des Dädalus hinausgehe,wovon der Grund gleich folgen wird. Scaliger willzwar durch die Verbesserung eines Wortes in einerStelle des Julius Firmicus Makcrnus entdeckt haben,daß der Scythe Abaris, ein Sohn des Seuthus, dasPalladium der Trojaner aus Menschenknochen, nemlichaus den Knochen des Pelops, gemacht und es den Troja-nern verkauft habe; da aber diese Entdeckung des Nah-mens des Künstlers blos auf der Verbesserung einesWorks beruht urd Abaris, noch Angabe aller altenSchriftsteller, die seiner gedenken, erst mehrere hundertJahre nach Troja's Zerstörung lebte: so scheint mirdiese Sache noch nicht so ausgemacht und richtig zu seyn*). Um das Jahr 27^0 machte sich der AlhenienserDäda-lns in der Bildhauerkunst berühmt. Bis auf seine Zeitbestanden die Bildsäulen nur aus einem Kopfe, dessenAugen noch geschlossen wa> en, und der auf einer rundenoder viereckigten Säule ruhete, an welcher weder Armenoch Fusse zu sehen waren. Dädalus aber bildete zuerstden Kopfmil offenen Augen, oder wie andere sagen, erbrachte einiges Leben in die Augen, gab den Bildsäulenabgesonderte Arme und Hände uud von einander geft tzteFüsse, daher man auch von seinen Bildsäulen sagte, daßsie wie lebendige Menschen sähen und giengen ä). An-dere machcu ihn, weil er der erste war, der die Bild-säulen ganz ausbildete, gar zum Erfinder derselben 5 ".Unter andern Bildern verfertigte er eins aus weißemStein, welches einen Tanz von Jünglingen undG 2