Band 
Erster Theil.
Seite
100
JPEG-Download
 

100

Bildhauerkunst.

Jungfrauen vorstellte x); auch war das Labyrinth znCreta ein Werk seiner Kunst d). Die Cretenser Seil-lis und Dippenus, die einige für Söhne, andere nurfür Lehrlinge des Dädalus halten, setzten zuerst mar-morne Hände und Füsse an hölzerne Bildsäulen. Um2920 findet sich unter den Jsraeliten eine Spur, wor-aus man vermuthen kann, daß sie die Bildhauerkunstfortsetzten, nemlich das Bild, wodurch Michal SaulsAbgesandten einige Zeit tauschte, um den David zuretten i). Weil erheblicher ist aber der Beweis, wel-cher sich um das Jahr 2970 unter Salomons Regie-rung findet, der einen elfenbeinernen mit Gold überzoge-nen Thron bauen ließ, zu dem sechs Stufen führten,auf welchen zwölf Löwen standen k). Etwas später ver-fertigte Pygmalion, ein König in Tprus, derumzjoyLseine Schwester Dido aus dem Reiche vertrieb, eineBildsäule von Elfenbein, die so schön war, daß Pyg-malion ihr Leben wünschte, und die Dichter setzen hin-zu, daß ihm sein Wunsch gewähret worden sey*). Indem Zeitraume von ZLZz bis ZF 84 erreichte die Bild-hauerkunst durch ihren größten Meister, den Phidiasvon Athen, der Maler, Bildhauer und Baumeisterzugleich war, einen hohen Grad der Vollkommenheit.Er bildete nur Götter und wird für den ersten gehalten,der ganz marmorme Statuen bildete. Seine berühm-testen Werke waren eine zy Schuh hohe elfenbeinerneBildsäule der Minerva, die mit reinem Golde, dessenWerth sich auf6ooc>oo Thaler belief, so künstlich über-zogenwar, daß man es abnehmen konnte, wenn manwollte. Die Minerva war stehend gebildet, ihr Ge-wand gierig bis aufdie Füsse, ausihrem Helme lag eine