Z «4 Fernglas.
Das achromatische oder farbenlose Fernrohr ist einsolches, welches die Gegenstände ganz ungefärbt unddeutlich vorstellt. Newton hatte behauptet, daß mandie Fernrohre zu keiner großen Vollkommenheit brin-gen würde, weil sich die Farben in den Objectivglä-sern zerstreueten, welches verursache, daß man dieGegenstände weder in ihren natürlichen Farben, nochdeutlich »rblicken könne. Es kam also darauf an, dieZerstreuung der Farben in den .Objectivglascrn zu he-den, welches schon dem bcrühnucn Euler gelang, der,747 durch die Betrachtung des Auges darauf gelei-tet wurde, die Zerstreuung der Farben durch verschie-dene Brechuugsmittcl zn hebe» und auch schon vielesfür das achromatische Fernrohr berechnete. Diesesveranlasste den Engländer Johann Dolland, daß er»7L7 zwey Prismen von verschiedenem Glase, nem-lich von Krön- und Flintglase, erstrcs in einem Win-kel von ZO Grad und letzteres in einem Winkel von19 Grad, schliff; beyde legte er verkehrt aneinanderund fand, daß die Gegenstände dadurch ganz ohneFarben zu sehen waren. Dieß war der Grund zuder Erfindung des achromatischen Fernrohrs, dessenObjectivglas aus zweyerlcy Glase von verschiedenerDichtigkeit, ncmlich aus Flink- und Kronglas zusam-mengesetzt ist, welches verursacht, daß die Gegen-stände ungefärbt und ganz deutlich erscheinen. Nach-her erfand der Professor Zciher in Petersburg eineGlasmaterie von noch grösserer Wirkung als dasFlintglas, welche er auS einem dichten schwerenKrystallglas, mit einem Zusatz von Dlepglas, be-reitete. Ein 2i Zoll langes Fernrohr, dessen Ob-jectivglas von diesem Glase gemacht ist, thut eine
größere