Band 
Zweyter Theil.
Seite
208
JPEG-Download
 

208 Handmühle.

Nach der Erzählung der Alten führte die Ceresin Altika das Mahlen des Getraides eini), wobeyman aber noch nicht befugt ist, an Handmühlcn zudenken, vielleicht zeigte sie, die Körner zwischen zweySteinen zu quetschen. Andere erzählen vom Pilum-nus, daß er eine Art und Weise, das Gctraide zumahlen, erfand. Von ihm soll das xilum den Namenerhalten haben m), und da dieses auch einen Stösse!oder Stampfe! des Mörsers bedeutet; so könnte esseyn, daß er die Körner in Mörsern zu stossen oderzu zerreiben gewiesen habe Unter den Griechen wirdMylcs, ein Sohn des ersten Lacedämonischen Kö-nigs Lelez:, für den Erfinder der Handmühlcn gehal-ten n); andere nennen ihn Mylas, und fügen hinzu,daß er von dem Vorgebirge Mylantia bey der StadtCamirus, auf der Insel Rhodus, gebürtig gewesenscy o); noch andere nennen ihn Mylantes und schrei-ben ihm besonders die Erfindung der Skampfmüh-len zu p).

Bey den Alten waren auch besondere Gottheitenüber die Mühlen gesetzt, als Molitorg), die Molä,welche Töchter des Mars waren und von den Römernverehrt wurden r); der Promylius, welcher gewöhn-lich vor die Mühlen gesetzt wurde e).

Der Gebrauch der Handmühlen dauerte vorzüglichbis auf Lheodvfius den Grossen, denn Ausonius, derunter der Regierung desselben lebte, berichtet, daß mannicht nur §u seiner Zeit aufgehört habe, die Fehlendenzur Handmühle zu verdammen sondern daß es auchdamals keine andere Mühlen mehr gegeben habe, alssolche, die von Thieren getrieben wurden r). Dem-

vhn-