»66 Holzschnitt.
mal Holzschnitte hakte, konnte man leicht daraufverfallen, durch Anwendung mehrerer Stöcke die ge-hörige Veränderung deö Lichts und des Schattensin die Vorstellung zu bringen. Man glaubt, daßdiese Kunst in Deutschland nicht lange nach derBuchdruckerkunst bekannt worden sey, wie man diesesaus den grossen Anfangsbuchstaben der ersten gedruck-ten Bücher ersehen kann, die mit zwey oder dreyFarben, nicht gemalt, sondern gedruckt sind. Dieältesten bekannten Meister in dieser Manier sind fol-gende :
Johann Ulrich Pilgrim, der zu Ende desJahrhunderts blühete, und dessen Zeichen Marolles s)angiebt, der ihn den Meister mit den kreuzweise ge-legten Pilgrimsstaben nennt. Man findet von ihmHolzschnitte im Helldunkel mit zwey Stöcken; seineArbeit ist aber ohne Geschmack r). In eben diesemJahrhundert verfertigte auch der Formschneider Mairschon hclldnnkle Blatter und vom Lvcas Cranach hatryqn eins vom Jahr sLoo.
Herr von Heinicke führt drey helldunkle Blättervon einem Meister an, die wahrscheinlich zu Wohl-gemuthS Zeiten gemacht wurden. Das dritte davonhgt Albrecht Dürer nachgemacht u).
Seit dem Jahre iLoo suchten Albrecht Dürer,zu Nünberg, und Johann Burgmayr, zu Augsburg,die Kunst, mit Farben zu drucken, zur Vollkommen-heit zu bringen. Burgmayr druckte mit zwey Stök-