IIV Kirchcnrechl.
Nachdem noch einige allgemeine Kirchenversamm-lungrn gehalten worden waren, kam das alte Kir-chenrccht zu Stande, welches aus dem Eoäice cano-num Lcclesme universal bestand , der eine Sammlungder Oanonum der vier allgemeinen Kirchcnversamm-lungen zu Nicäa, Constantinopel, Ephesus undChalce-don, wie auch der Ononum der fünf besondern Kir-chenversammlungen zu Ancyra, Nevcäsarea, GangräaAntiochia und Laodicäa enthielt, wozu noch die Esnoneu der Apostel kamen. Die erste griechische Collcctiondieser Lanonum soll Stephanus, ein Bischof zu Ephe-sus, im Jahr Z8L gemacht haben. Andere hingegenbehaupten, der Urheber der ersten Sammlung sey un-bekannt und StephanuS habe nach 4L>, wo die Kir.chenversammlung zu Chalcedon war, die zweyteSammlung gemacht e). ^
Um das Jahr 492 erklärte der Pabst Gelasiusdie Onones der Apostel für apocryphisch und Dio-nystus Exiguus , der um LZZ berühmt war, berichtetauch, daß sie nur von wenigen für ächt angenommenworden wären; demohngeachlet bestätigte sie der Kay-scr Justinian in der sechsten Novelle und JohannesScholasticus, der im Jahr FLo die Sammlung dergriechischen Eanonum, nach den Materien geordnet,zu Stande brachte, nahm auch die Esnoneu der Apo-stel im Jahr LL4 mit in seinen dlomocanomen aufs)denn die orientalische Kirche nahm sie als aposto-lisch an.
In der morgenländischen Kirche war der EoäexOnnonum im neunten Jahrhundert vollständiger alsin der abendländischen Kirche, wo man eine alte latci-