Band 
Dritter Theil.
Seite
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Kochkunst. iZ9

699 n. R. E. den Gesetzen widersetzte, die der Senat wi-der die Verschwendung geben wollte, ließ zuerst Pfauenzurichten, um das Collcgium der Vogeldcuter damit zubewirthen o). Noch höher stieg die Verschwendungbey den Gastmälern der Römer, als Lucullus Astenüberwältiget hatte. Dieser Eroberer hatte mehrereSpeisesäle, wovon jeder den Namen einer Gottheitführte, der zugleich dem Hausmeister zur Notiz derEtiquette und der Kosten des Gastmahls, das daringegeben wurde, diente. So kostete z. B. ein Abend-essen im Saale des Apollo allzeit Zoooo Drachmen,oder 62L0 Thaler Sächsisches Geld p). Zur Zeitdes Pompejus erfand M. Aufridius Lurco das Mä-sten der Pfauen, womit er sich 60000 Sestertien ver-diente q). Um eben diese Zeit ließ der Schauspieler,Clodius Aesvpus, auf einem Gastmale eine Schüsselauftragen, die 10000 Franken kostete. Es befandensich lauter solche Vögel darin, die singen oder spre-chen gelernt hatten und wovon jeder 600 Franken ge-kostet hatte r); derSohn dieses Clodius Aesvpus warein eben so grosser Verschwender, denn er bewirtheteseine Gäste sogar mit Perlen, die er in Essig auflösete;).Zu den Zeiten des Tiberius gab es in Rom bereitsordentliche Schulen und Lehrer der Kochkunst, wieCo-lumella r) meldet. Nero trieb die Verschwendungnoch höher. Er hatte einen Speisesaal von der künst-lichsten Bauart; die Decke und ein Theil der Seiten-wände drehten sich durch einen verborgenen Mechanis-mus um die Tafel herum, ahmten die Bewegung desHimmels nach und stellten die verschiedenen Jahrszei-ten vor, die bey jeder neuen Tracht GcrtHte abwech-