Band 
Dritter Theil.
Seite
226
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sL0 Kryptographie

beth mit dem zweyten Buchstaben, das drille mitdem dritten Buchstaben u. s. w. anfing, so daß einBuchstab 22 verschiedene Bedeutungen hatte.

Aulus Gellius a) beschreibt uns die geheimeSchrift der Lacedämonier, welche zwey hölzerne wal-zenförmige Stäbe von gleicher Dicke nahmen, wo-von die Ephoren einen behielten, der andere aberdem Feldherrn mitgegeben wurde. Sollte nun eingeheimer Befehl gegeben werden: so wickelte derEphorus einen schmalen Pergamentriemen genau undegal um die Walze herum, befestigte beyde Ende des-selben an der Walze und schrieb nun der Länge deSStabs nach auf das Pergament; dann wurde derRiemen wieder abgewickelt, wvrauf die Schrift ganzausser dem Zusammenhange erschien und von nieman-den gelesen werden konnte. Der Riemen wurde dannohne Stab an den Feldherrn geschickt, welcher sol-chen um die bey stch habende gleich dicke Rolle wi-ckelte, da dann die Schrift wieder im Zusammen-hange erschien. Ein solches geheimes Schreiben hießbey den Lacedämvniern Scytala und war schon umZL04, wo der Feldherr Pausanias ein solches erhielt,bekannt d). Es ist also falsch, wen» man behaup-tet c), daß diese Erfindung vorn Archimedcs herkom-me, weil dieser etliche Jahrhunderte später lebte undZ772 starb.

Renophvn, der um ZL 8 Z berühmt war, erfandschon Zeichen zum Geschwindschreiben und zur Abkür-zung der Wörter ä), und Polybins meldet, daß Ae-neas TacticuS um z 6,;8 n. E. d. W. zwanzigerleyverschiedene Arten der geheimen Schrift durch Vcr-