Band 
Dritter Theil.
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227
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Kryptographie. 207

fttzung des Alphabeths erfunden habe. Auch glaubtman, daß Kallikrates von Lacedämon, der etlicheVerse aus dem Homer auf ein Hirsenkorn einschniktund Myrmecydes von Mileto e), sich bey ihrenKunstwerken nicht der gewöhnlichen Schrift, sonderngewisser von ihnen erfundenen Zeichen, die die Al-ten Notar nannten, bedient haben.

Unter den Römern erfand Ennius (chz8i4)noo solche geheime Zeichen l); nach dem Zeugnissedes Eusebius, Hicronymus und Suclonius sammel-te Tiro, ein freygclassener des Cicero, diese Zeichender Alten und erfand auch neue g); auch Ciceroselbst gab sich, wie Plutarch berichtet, mit Erfindungsolcher Zeichen ab; er erfand fiir jedes lateinischeWort ein eigenes Zeichen und machte sich ein beson-deres Wörterbuch dazu, wo bey jedem Worte dasZeichen beygeschrieben war l>). Andere schreiben zwardie Erfindung solcher Charaktere dem Mäcenas zu1), aber er verbesserte sie nur, that neue hinzu undbrachte sie mehr in Gang, denn zu Luintilians Zeitwaren seine Zeichen üblich k) ; auch die Frepgelasse.neu des Mäcenas, nähmlich Persannius, Philar-gius, Acilius oder Aquila, thaten sich durch Erfin-dung solcher Zeichen hervor 1 ).

Aulus GelliuS und Sueton berichten, daß dieersten römischen Kaiser an ihre Feldherren und,Ver-traute durch Versetzung der Buchstaben des Alpha-beths schrieben. Cäsar setzte statt des ersten Buch-stabens den vierten; ein O war also bey ihm sovielals ; Augustus gab dem gleichfolgenden Buchsta-ben die Bedeutung des vorhergehenden; L war bey

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