Z86 Lufkschiffkunst.
das Jahr 1766 aufdcn Gedanken, daß dünne Blasen,wie das wurstförmige Häutchcn von Kälbern, mitbrennbarer Lust gefüllt, aufwärts steigen würden,ohne jedoch selbst Versuche zu machen p). Kratzensteinkannte seit 1776 nicht nur die specifische Leichtigkeitder brennbaren Luft, sondern auch das Aufsteigender mit ihr aufgetriebencn Seifenblasen und des LanaProjekt hatte so viel Eindruck auf ihn gemacht, daß erschon seit 40 Jahren auf ein Luftschiff dachte, dessenEinrichtung vorzüglich auf hydrostatischen Gründenberuhen sollte und dessen Entwurf er 1784 in derSchrift über die Luftschiffkunst bekannt machte q).Cavallo, der mit Black einerley Gedanken über dieLeichtigkeit der brennbaren Luft und deren Wirkunghatte, füllte im Jahr 1782 zu London ro Zoll langeund L Zoll weite Cylinder von Seidenpapier mit brenn-barer Luft, die aber nicht stiegen, weil das Papiernicht Luftdicht war; die mit brennbarer Luft gefüllteThierblasen wollten auch nicht steigen, denn sie warenzu schwer; er begnügte sich also Seifenblasen mitbrennbarer Luft zu füllen und aufsteigen zu lassen, wel-chen Versuch auch Herr Hofrath Lichtenberg zu Gök-ringen im Jahr 1782 machte r). In eben diesem Jah-re erfand Blanchard ein mechanisches Luftschiff mitFlügelrudern, wobey ihm ein Vogel, Käfer oderSchmetterling zum Muster gedient hatte s); er konntees aber nicht zum Schweben bringen.
Die Erfindung der aerostatischen Maschinen, mitdenen jetzt die Luft beschiffk wird, war den BrüdernStephan und Joseph von Montgolfier Papierfabri-kanten zu Annonay in Vivarais aufbehalten; welche