Band 
Fünfter Theil.
Seite
103
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Perücke. ic>Z

licheir Deckelhauben mit fremden Haaren besetzen,wagte es aber noch nicht, seinen Hut in Gegen-wart seiner Gemahlin oder Gesandten abzunehmen,aus Furcht, man möchte seinen Verlust der Haarebemerken. Unter Ludwig des Xlll, der von r6rc>bis 164z König war, unter dem die feineren Sit-ten allgemeiner, die Menschen empfindsamer , unddie haarlosen Männer zahlreicher geworden waren,lebte, auch zum Bcßten alter Personen, die Ge-wohnheit wieder auf, ein langes Haar zu tragen,welches so hoch geschäht wurde, dost man den Man-gel desselben mit langen Perücken ersetzte. Mannähere fremde Haare aus ein leinenes Tuch oderauf Deckelhauben, und bedeckte den Kops damit.Selbst Ludwig Xlll. der seine Haare verlor, wargezwungen, eine Perücke zu tragen, und auch un--entkräftete Personen ahmten dieses nach, um da-durch eine modige Galanterie, die sie nicht habenmochten, wenigstens zu affcctiren. Gegen dasJahr 1626 wurde es zuerst unter den Hofleuten.Charlatanen und Tanzmeistern Mode, Perücken zutragen. Andere Nationen nahmen mit dieser fran-zösischen Erfindung auch den französischen, Nahmenan. Freylich waren die ersten Perücken unter Lud-wig Xlil. von den heutigen sehr unterschieden; siebestanden bloß aus langen glatten Haaren, dieman einzeln auf Käppchen von Sammet oder At-las annähere; oder man webte die Haare in Fran-zen, die man Mayländische Spitzen nannte, undnähere dieses Gewebe auf eine Haube von dünnenSchaffellen ; indessen wurde doch diese Mode baldallgemein beliebt. Erst spät fiel man daraus, die