28 Sairenharmonika.
bekannt ist, erfunden. Es wird ein schmaler, etwashoher und langer Kasten verfertiget, der unten einenResonanzboden hat, auf welchen über zwey Stege,die nahe an den schmalen Enden einander gegenüberliegen, acht bis zehn Darmsaiten, alle im Einklang,nicht allzu stark aufgespannt werden. Eine der bey-den Seiten laßt fich aufschieben, so daß man einendünnen aber breiten Luftstrom quer auf die Saitenleiten kann. Um diesem den Durchgang zu verschaf-fen, kann der obere schmale Boden, wie ein Pultde-ckel, aufgehoben werden, der an beyden Seiten nochFlügel hat, theils um auch bey der Oeffnung des-selben die Lust von den Seiten einzuschränken, theilsum den Deckel bey jedem Grade von Oeffnung durchFriction festzuhalten. So wird nun das Instrumentmit der Seffnung am Schieber dem Winde ausgesetzt,so bald dieser durchzieht, ertönt das Instrument. Dietiefsten Töne sind die obigen Einklänge, wie sich aberder Wind erhebt: so entwickelt sich eine solche Man-nigfaltigkeit entzückender Töne, die alle Beschreibungübertrifft. Eine Saite bringt zuweilen sieben, auchacht verschiedene Töne hervor und zuweilen mehrerezugleich a). Ein ähnliches Instrument haben dieHerrnSchnell und Tschirsli in Paris erfunden, welches imJahr 179» unter dem Nahmen Clavicord bekannt wur-de b). Einer andern Äeols-Harfc, zu deren Erfin-dung die Hcrrci, Moscali, Vcrnoulli, Haas, Prevotund Gattoni beytrugen, nähmlich der Ricfen-Harfe,deren Saiten von Eisendraht sind, und besondersdann gewisse Töne von sich geben, wenn sich die Wit-terung andern will, ist unter dem Worte: Harfegedacht worden c).