Band 
Sechster Theil.
Seite
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Schauspiel. 9/

tus für die beste gehalten. Die altere Komödie zeich-net sich durch Ausgelassenheit aus; Eupolis, Cratinusund Aristophanes schilderten alle Bösewichtcr, vor-nehme und geringe, in ihren Versen mit natürlichenFarben uu); sie griffen nicht bloß Privatpersonen an,sondern Aristopbanes zog sogar das ganze atheniensischeVolk und die Regierung durch, das erhellet nicht nuraus seinen übriggebliebenen Stücken, sondern auch ausdem Zeugniß des Lenophonw): diese Freyheit grün-dete sich wohl auf die ersten Rechte der Komödie,welche anfangs nur eine grobe Lustbarkeit an denBacchusfesten war und darin bestand, daß ein TruppLustigmachcr sich an einen Ort hinstellte oder auchdurch die Straßen der Stadt schwärmte, um die Vor-beygehcnden mit Schimpfwörtern anzugreifen, wel-cher Muthwille mit zu der Festfreyheit gehörte undnachher auch der alten Komödie blieb, daher Aristo-phancs an den Festtagen, wo Schauspiele gegebenwurden, manches sagen durfte, was er außerdemnicht ungestraft würde haben sagen dürfen. EineEigenheit der alten Komödie war diese, daß mansich darin der Allegorien bediente und Wolken, Frö-sche, Vögel, Wespen als Personen aufführte. Eineandere Eigenheit der alten Komödie, so wie des grie-chischen Drama überhaupt, ist diese, daß sie durchihr Vaterland ein eignes, wirklich bürgerliches, po-lnisches , unt -er Slaatsvcrsassung selbst verbünde-tes und in ihr gegründetes Schauspiel war. Fernerrechnet man zu den Eigenheiten des griechischenSchauspiels den Chor, der schon bey der älterengriechischen Komödie eingeführt war. Brown be-trachtet den Chor als den ursprünglichen ZuschauerBusch Haudb. d. Erf. 6. Th. G