Schießpulver. i
Anfangs wurde das Schießpulver so fein wie Mehloder Staub bereitet, aber mit dem i6ten Jahrhun-dert erfanden die Franzofen die Kunst- es zu körnen.Man führte diese Körnung ein, um den Gebrauchdes Pulvers bequemer zu machen, und die Verwit-terung desselben zu verhüthen; auch glaubte man,daß das Pulver durch die Körnung viel an Kraftgewinne, weil das Feuer zwischen den Körnern ei-nen freyeren Durchgang hat, aber Herr Hofr. Beck-mann behauptet, daß das gekörnte Pulver schwachersey, weil die Körnung nicht ohne Feuchtigkeit, dieallemahl die Kraft des Pulvers schwächt, geschehenkann.
Zu Augsburg und Venedig wurden die erstenPulvermagazine angelegt;ss).
Um das Pulver zu verwahren , erfand der P. Coro-nelli zu Ancona im Jahr 1699 lederne Pulver - Säcke ,die im Feuer und Wasser unversehrt bleiben. Auchwenn ein solcher mit Pulver angefüllter Sack in ei-nen Mörser geladen, und in die Luft geschossen wird,bleibt er doch unversehrt nr).
Alles Pulver verwittert mit der Zeit und muß dannumgearbeitet werden. Dieses zu verhindern ließ derHerr von Trew, Oberster der Artillerie, im Jahrs1730 zu Harburg, Pulver in sehr dichte Tonnen pak-ken, solche von außen mit stark geleimten und alauntenPapier überkleben, ganz in geschmolzenes Pech ein-tunken, darauf mit Sackleinewand umwinden, undnoch einmahl in Pech eintunken, und alsdann in denGraben der Festung unter Wasser hängen. Nach 29Tagen fand man das Pulver in den Tonnen ganztrocken, und nicht nur unverschlimmert, sondern sogar