Band 
Sechster Theil.
Seite
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214 Schminke,

gen für ein vorzügliches Stück der Schönheit hielts). Auch die Jesabel schminkte sich b). Die Altenhatten schon mancherley Mittel, die Schönheit desGesichts zu erhöhen, z. B. Kreide, Bohnenmehl,Honig, Safran, sogar die Hxcremente des Kroko-dills c).

Die Griechen kannten die Schminke schon in denheroischen Zeiten 6). Europa, eine Tochter desAgenors, entwandte der Juno ihre Schminkbüchse.Theophrasi redet von einer Wurzel, die damahlsRizion hieß, woraus man eine rothe Schminke fürdie Wangen zog. Von dem atheniensischen Frauen-zimmer lernte das römische den Gebrauch der rothenund weissen Schminke. Schon Plautus gedenkt einesRoths, dessen sich die römischen Damen bedienten,und nennt es purpuntlimum. Im Ovid findet maneinige Vorschriften zu einer Schminke, welche er denrömischen Damen seiner Zeit gab. Nehmt, sagte er,lybische Gerste, sondert das Stroh und die Hülsendavon, nehmt eine gleiche Quantität Wald - Erven-Kraut, weicht beydes in Eyerweiß ein, laßt allestrocknen und reiben. Thut gepülvertes Hirschhorn,das im Frühjahre abgeworfen ist, daran, fügt nocheinige gestoßene Narcissenzwiebcln, Gummi und he-trurischcs Mehl hinzu, und macht mit vielem Honigaus dem Ganzen eine Masse. Das Frauenzimmer,welches sich dieser Schminke bedient, fahrt er fort,wird eine reine und glatte Haut bekommen, wie dieQberfläche ihres Spiegels ist. Au einem ander» Ortesagt Qvid: ich habe Damen gekannt, welche Mohnin kaltem Wasser stießen, und sich auf die Backen leg-ren. Fabula, Holtet Martial in einem seiner Epi-