Schminke. siL
grammen, fürchtet den Regen der Kreide wegen, dieauf ihrem Gesichte liegt, und Sabella fürchtet dieSonne, wegen des Bleyweißcs, womit sie sichschminket. Plinius sagt, daß man mit den Kernen,und mit dem Weinlaube einer wilden Rebe, welchedie Griechen -l^TrkXox nennen, die Haut unddas Gesicht gereinigct habe; auch kannte er einesyrische Wurzel, womit man Wolle und die Wan-gen färbte. Einige Damen ließen sich das Gesichtmit in Efclsmilch geweichten Brote aufschwellen.Die schöne Poppcja gebrauchte eine fette ölige Schm.n-ke, welche eine Art Kruste formiere, die man eini-ge Zeit auf der Haut liegen ließ, und dann nurMilch wieder ablösete. Sie machte eine sanfte,weiche Haut, und erhob die Weiße des TeinkS.Diese Kruste bildete eine ordentliche Larve, und derverschönerte Teint, die Blühte der Haut, wurde fürden Geliebten ausgespart. Poppea, welche dieseSchminke erfunden hatte, führte deßwegen überall,sogar in ihrem Eril, eine Hcerde Eselinnen in ihremGefolge. Zu Cäsars Zeit. schminkten sich die Bri-tannier mit einer himmelblauen Farbe c). Suidaserzählt, daß die Frauenzimmer Ochfcnzungenwurzelzur Schminke gebraucht hätten. Man hält den Wil-hclmus de Saliceto, oder Placentinus für den er-sten, der das Mcrcurialwaffer un izten Jahrhundertzur Schminke angerathen har t). Katharina vonMedicis brachte zuerst die Mode der Schnunkc ausItalien nach Frankreich, von da kam sie bald, beson-ders unter Ludwigs XlV. Regierung, an tue übrigeneuropäischen Höfe g). Die rußrschcn Damen verstan-den es schon vor dem Zaar Peter l. roch aufzulegen.