Band 
Sechster Theil.
Seite
229
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Gchreibekuiiff. «sy

tropische oder symbolische Schreibekunfi, wo mankörperliche und unkörperliche Dinge, Empfindungen,Eigenschaften, Lugenden, Laster, Handlungen, Ge-müthsbewegungen und ganze Geschichten durch Sym-bole, die aus Bildern der -Thiere, der Vogel oderauch lebloser Dinge bestanden, und durch willkürli-che Zeichen ausdrückte, die anfangs eine der Naturgemäße Bedeutung hatten, bald aber einen gehei-men Sinn bekamen, den nur die egyptischen Prie-ster verstanden, wiewohl auch die Priester späterhindie alten Hieroglyphen nicht mehr zu erklären wuß-ten. Dieses war die schönste und vollkommenste Artder Hieroglyphen, von der man auch auf den egyp-tischen Obelisken Spuren findet I). Zufolge dersymbolischen Schreibekunst zeichnete man nicht mehrdie ganze Figur hin, sondern man setzte oft nur ei-nen Theil für das Ganze; wollte man zu erkennengeben, daß eine Stadt belagert werden sollte oderbelagert wurde, so malte man nur eine Leiter zumSturm m); wollte man deg Zorn ausdrücken, somalte man eine Nase aus der ein Dampf aufstieg.Manche Eigenschaften wurden nach der symbolischenSchrcibekunst durch Bilder, die vom Menschen her-genommen waren, ausgedrückt; eine Hand z. B.zeigte Starke oder Tapferkeit an. Mehrere Dingewurden aber durch die Bilder solcher Thiere, bepdenen fich von jenen Dingen einige Ähnlichkeit fand,ausgedrückt; das Bild des Pelikans zeigte die List;das Bild des Habichts oder Sperbers die Geschwin-digkeit; ein Pfauenschwanz die Vergänglichkeit derSchönheit, Pracht und des Reichthums; eine Tau-be die Unschuld; eine Schlange, die sich in den