Band 
Sechster Theil.
Seite
230
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Schreibekunst.

Schwanz biß, oder ein Zirkel, weil man daranweder Anfang noch Ende sieht, däe Ewigkeit an.Auch leblose Dinge wurden zu Symbolen gebraucht,ein Schloß oder auch ein auf den Mund gelegterFinger zeigte die Verschwiegenheit an. Theile vonlebendigen Dingen vertraten auch die Steile derSymbole; ein Auge zeigte die Vorsehung an. Oftbezeichnete man eine Sache durch das Bild einerandern, weil sie ähnliche Wirkung mit jener hatte;das Gewitter bezeichnete man durch einen mit Sphin-gen oder Donnerpferden bespannten Wagen über denMolken, weil ein Wagen ein dem Donner ähnli-ches Rasseln verursacht. Strabo n) erzählt, daßdie Egyplier durch die Figur einer Biene einen Kö-nig bezeichneten. Mit Recht sagt also Tacitus o),daß die Egyptier ihre Gedanken durch Figuren derThiere und Vögel bezeichnet hätten. Die Wändedes Labyrinths zu Theben waren mit solchen Thie-ren und Vögeln bemalet p). Fand man zur Be-zeichnung einer Sache weder in der Natur noch inder Kunst etwas Aehntiches, so wählte man einwillkürliches Zeichen; ein ^ bedeutete in der gehei-men Schreibekunst der Egyptier so viel als Gott.

Da die Hieroglyphenschrift der Egyptier die sinn-reichste, vollständigste, dauerhafteste und berühmte-ste war; so hält man allgemein die Egyptier für dieersten Erfinder derselben. Die egyptischen klagi, wel-che sich sowohl der Bilderschrift, als auch der Buchsta-benschrift bedienten, eignen die ErfinSung des Schrei-bens überhaupt q) und besonders die Erfindung derHieroglyphen r) dem Atodes, den die Egyptier Thot