Band 
Sechster Theil.
Seite
233
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Echreibekunff. »zz

Hier waren aber so viele Charaktere nöthig, alseine Sprache Wörter hat, und dieß machte die Schrei-bekunst beschwerlich; auch hatten die Erfinder dieserCharaktere bemerkt, daß jedes Wort aus einer Anzahlvon Lauten zusammengesetzt sey, und da man allesschon durch Zeichen auszudrücken suchte; so bemühe-te man sich auch, jeden von diesen Lauten, die manan den Wörtern bemerkte, durch besondere Zeichenauszudrücken, so entstand die Sylbenschrift, wo je-des Zeichen eine besondere Sylbe ausdrückte 2).

Diese Sylbenschrift erforderte aber so viele Zei-,chen, als sich Svlben in einer Sprache gedenkenlassen» woraus also eine sehr große Menge Zeichenerwuchs, die das Schreiben ebenfalls erschwerte.Die genauere Aufmerksamkeit auf die Artikulationder Sylben lehrte, daß jede Sylbe aus einem Laut-buchstaben , und aus etlichen Mitlaukern bestand;man suchte daher jeden Lautbuchstaben, und jedenMitlauter durch besondere Zeichen auszudrücken, wo-zu man einige von jenen für die Wörter erfunde-nen Charakteren, oder auch abgekürzte hieroglyphi-sche Zeichen wählte, welches man aus der Aehnlich-keit vermuthet, die sich zwischen alter Buchstaben»schrift, und den Hieroglyphen findet. Hierdurcherhielt man den Vortheil, daß man nur weni-ge Zeichen brauchte, durch deren unendliche Ver-?setzung man doch alles ausdrücken konnte, und soerhielt man die weit bequemere Buchstabenschrift ss).

Die Erfindung dieser Buchstabenschrift wird vonden. meisten den Phöniziern zugeschrieben, welche diealteren Charaktere änderten, einfacher und vollkomme-ner machten, und statt der Buchstaben anwandten bb).