Band 
Sechster Theil.
Seite
246
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246 Schriftgießerei

künstlicher Schreiber war, und vom Johann Faustzum Gehülfen angenommen wurde, gegen das Jahr14L2 erfunden, denn in diesem Jahre warendie gegossenen Lettern schon im Gebrauche. Vergl.Buchdruckerkunst. Die Kunst, Lettern zu gießen, be-steht der Hauptsache nach darin : ein jeder Buchstabwird auf das schärfste in Stahl geschnitten und sogehärtet, daß man ihn in Kupfer abschlagen kaumDieser Abschlag heißt dann die Mutter oder Matti-er , in welcher die Buchstaben hernach gegossen wer-den; dann werden die Buchstaben geschliffen, aufden Winkelhacken zusammengesetzt, geschadet, untcr-scknitlcn, mit dem Hobel am Fuße bcstoßen, inSSchiff eingesetzt und packweise zusammen gebunden.

Zwey Teutsche, Arnold Pannarz und ConradSchweinheim brachten im Jahre 1467 in Rom zu-erst die Antigua zu Stande.

Der P. Du Moulinet hält den Jodocus BadiuSfür den ersten, der die runden Lettern um das JahriLvo, wo er aus Italien kam, in Frankreich ein-führie; ober Chevillier a) beweiset dawider, daßdie französische Buchdrrtckerey nicht mit gothischenLettern den Anfang genommen , und daß man daselbstschon vor des Badius Zeiten mit römischen Letterngedruckt hat, und daß auch Badius noch verschiede-ne Ausgaben mit gothischen Lettern besorgt hat l>).

Aldus Manurius, der iF>L starb und ein ge»bohrner Jtalianer war, erfand die Cursivschrift. Si-mon Colines, der >z 47 starb, und dessen Cursiv-schrift man noch der des Aldus vorzog, führte siezuerst in den Druckercyen in Frankreich ein, unddruckte ganze Bücher damit ab c).