Band 
Sechster Theil.
Seite
248
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248 Schriftgießerey.

Die Schriften, welche die Nahmen Nonpareil,Petit und Mignon führen, scheinen Frankreich zumVaterland zu haben.

Diejenigsn Schriftarten, in deren Nahmen dieWörter: Missal, Brevier, Cicero, Corpus, Bibel,Lheurdank, vorkommen, haben ihre Nahmen daher,weil die genannten Bücher zuerst damit gedrucktwurden.

In der ersten Hälfte des rücken Jahrhundertserfand ein Schreibcmeister in Paris, Peter Mo-reau , eine Art Lettern, die den Zügen eines Schrei-bemeisters sehr ähnlich sehen.

Wvlfgang Endter, der i 6 zy starb, brachte denersten Schriftgießer nach Nürnberg e).

In diese Zeit fällt auch der Anfang der Schrift-gießerey in Leipzig. Andreas Friesner, der nach eini-gen ine erste Buchdruckerey in Leipzig errichtete, brach-te feine Lettern noch aus Nürnberg mit dahin und wahr-scheinlich ließen auch die nachfolgenden Buchdruckerihre Lettern aus Nürnberg kommen. Aber schon i L19brachte Melchior Lotter der jüngere, ein Sohn desältern Melchior Lotter, der seit 1497 in Leipzigdruckte, mit der Druckerey, die er zu v. LuthersDienst in Wittenberg errichtete, Matrizen von lateini-schen und griechischen Schriften von dem damahlsberühmten Frobenius in Basel mit, wie Luther inseinen Briefen an den Spalatin mit Vergnügen be-merkt. Es ist zu vermuthen, daß sich auch schonMelchior Lotter der ältere dieser Matrizen bediente,und daß Vater und Sohn durch solche ihre nöthigeSchriften selbstgoßen, zumahl da Melchior Lotter der