Schriftgießerey. 249
Sohn »L2F bey seines Vaters Tode nach Leipzigzurückging. Aber eine eigne Schriftgießerei) undeigne Schriftschneider hatte Leipzig in den ersten 200Jahren der Buchdruckcrkunst nicht.. Die erste eigent-liche Schriftgießerey in Leipzig, von der man Nach-richt hat, besaß der Buchdrucker Hahn im Jahr^6g6, die er aber an den Buchdrucker Janson ver-kaufte. Aus dieser ist hernach die noch in diesemJahrhundert berühmte Ehrhardische entstanden. Dieseund die zugleich vorhandene porSdorfische Gicßereyerthatten die Abschläge ihrer Schriften mehrentheilSvon Nürnberg, wo immer geschickte Schriftschneidergewesen waren, erhalten; theils hatte auch der be-rühmte Leipziger Buchhändler Thomas Fritsch fürden Schriftgießcr Ehrhard Abschläge von den damahlsberühmten holländischen lateinischen Schriften, zurVerbesserung der Leipziger Buchdruckerey, kommenlassen. So viel man weiß, war der BuchdruckerMüller der erste in Leipzig, der sich auf dasSkäm-pelschneiden legte, er starb aber zu bald, und hin.terlicß einige Stämpel, sammt dem Anfange einerkleinen Gießerey, die durch Heirath seiner Witwe1719 an den älteren Breitkppf kam. Von diesemMüller kommt die angenehme hebräische Schrift her,womit die reineccische Handbibel so oft gedruckt wor-den ist; auch kam aus seiner Schule der erste Schrift-gießer und Schriftschneider nach Tranquebar, wel-cher die dasige Druckerey für die dänische Missiondaselbst errichtete. Nach Müllern unternahm Zink,schon als Schriftgießergesclle, die mühsame Kunst,dfe beliebten holländischen, lateinischen und auch diegewöhnlichen teutschen Schriften nachzuschneiden und