Schuhmachcrhandwerk. 2LH
äußere Form wurde in der Folge geändert. Dalduinerzählt, da er sich ohngcfähr in der Mitte des vorigenJahrhunderts in Venedig aufgehalten, hätten die da-sigen Damen eine wunderbare Art von hohen Schu-hen, beynahe Z Fuß hoch, getragen, darin sie nichteinen Schritt allein hatten thun können. Die jetztgewöhnlichen hohen Absätze an den Schuhen der Da-men sind eine Mode, die aus Spanien nach Teutsch-land kani p). 8) Oligns wurden von den römischenSoldaten getragen, y- Vncinari waren Schuhe mitaufwärts gebogenen Spitzen. Man schreibt in neuernZeilen die Erfindung solcher Schuhe, die vorn sehrspitzig, und aufwärts gebogen waren, und einen großenSchnabel hatten, der mit allerley seltsamen Figu-ren geziert war, dem Heinrich, einem Sohne desGcosfroi Plantagenet, Grafen von Anjou, zu, weiler durch diese Schnäbel einen Auswuchs an derSpitze des Fußes verbergen wollte. Man nanntesie Schuhe ä la koulaine, der Schnabel war mitKrallen, Nägcln und Hörnern geputzt. Unter Lud-wig XI. sahe man diese Schuhe zum letztenmahle g).Eine ganz neue Erfindung waren sie aber nicht, wel-ches die l/ncinari der Alten beweisen. Der Königvon Böhmen, Johann aus dem Hause Lupenburgbrachte diese 8ouliers a In ?oulalne, welche keine Ab,sätze und vorn nach der Form der Schlittschuhe rück-wärts gekrümmte Schnäbel hatten, aus Frankreich nachBöhmen. Mezerai gedenkt dieser Schuhe bey demJahre »Z6§ r). Im , 4 ten Jahrhundert hatten dieSchuhe ihr bestimmtes Maaß, nach dem Range dessen,der sie trug. Die Schuhe einer fürstlichen Personwaren Fuß, die eines Freyhern 2 Fuß, und die