Seekarten. 29H
schon im I4ten Jahrhundert Seekarten. Auch in derSt. Markus Biblothek zu Venedig hat man eineSammlung ungedruckker Seekarten, die im Jahregezeichnet find, entdeckt c). Also kann wohlnicht erst Jacob de Meist, der im >Lten Jahrhun-dert lebte, den Gebrauch und die Einrichtung derSeekarten entdeckt haben, wie einige behaupten ä).Eben so wenig kann der portugiesische Jnfant Hein-rich, Sohn des Königs Johann, um die Mitte desiLten Jahrhunderts, zuerst die platten Karten, dieden Weg eines Schiffs in einer geraden Linie an-geben, erfunden haben, wie einige e) wollen. Ger-hard Mcrcalor, ein niederländischer Geograph, re-ducirte i.n Jahr zu Löwen die platten Karten,und zeigte zuerst, daß man die Grade der Mittags-krcise erweitern müsse. Diese Seekarte mit wach-senden Graden oder mit wachsenden Breiten, wur-den reducirte Karten oder Mercators - Karten ge-nannt. Indessen gab doch erst Eduard Wright imJahr l6Z7 ihre Theorie genauer an k), und lehrtezuerst, daß, wenn man den Mittagskreis in kleineTheile getheilt annimmt, diese kleinen Theile, indemman sich vom Aequator entfernt, nach einerley Ver-hältniß mit den Secanten ihrer Breite, wüchsen.Er ist also der Erfinder der richtigen Seekarten oderder Hydrographischen Karten, d. i. er zeigte ihrerichtige Verzeichnungsart oder Projektion, welchedarin besteht, daß man eine spharische Oberflächemit Miktagskrcisen, Parallelen, Strichen (Kkombi;)und der ganzen Hydrographischen Verzeichnung ineinem hohlen Cylinder dergestalt beschreibt, daß bey-der Achsen zusammenfallen, und dann diese Kugel-