Band 
Sechster Theil.
Seite
330
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ZZO Siegellack.

Schon zu Hiobs Zeit siegelte man mit Thon oderSiegelerde s). Besonders weiß man, daß sich dieegyptischen Priester der Siegelerde dediemen; denn dieEgyptier durften kein Thier opfern, wenn es nicht vorherdie Priester durch einen an die Hörner gebundenen Zet-tel , worauf sie in Siegelerde ihr Pettschaft abdrückten,bezeichnet hatten i). Zu des Cicero Zeit war es noch inganz Asien Sitte mit Sicgelerde vermittelst des Siegel-rings g) zu siegeln. Noch jetzt wird die Siegelcrdc zwarnicht zu Siegeln, aber doch zu mancherley gebraucht.Joh. Montanus entdeckte eine Siegelcrde bey Skrie-gau, und beschrieb sie lLöLd); auch ^corg am Waldoder Amwaldus, wollte eine Sicgelerde erfunden ha-ben, die er 1601 beschrieb l). tzucian gedenkt »ochher Ziegel mit Thon k).

In Europa siegelte man feit den ältesten Zecken mitWachs, und Lupian gedenkt bereits der Wachssiegel I).Db man aber zuerst mit weissem oder gelbem Wachs sie-gelte, darüber stritten die Diplomatiker. Einige hal-ten die Siegel mit weissem Wachs für die ältesten, undman findet dergleichen bis auf die Zeiten des, KaisersFriedrichs II!., der im Jahre 1440 zur Regierung kamm). Herr Hoftath Beckmann glaubt indessen, daß* wenigstens Privatpersonen, wegen des geringen Prci,ßes des gelben Wachses, in Europa zuerst, und am häu-figsten damit gesiegelt hätten. Nach andern aber bedien,ten sich erst seit dem zwölften Jahrhundert die Klöster,t»nd Privatpersonen der Siegel von gelbem Wachs, undseil dem Kaiser Sigismund, der 1411 zur Regierungkam, bedienten sich ihrer auch die Fürsten. Mit derZeit färbte man das Wachs roth, und bediente sich des-selben zu Siegeln. Solche Siegel von rothem Wachs