Siegellack. zzr
brauchte schon Kaiser Friedrich l, der »iL2 zur Re-gierung kam, hernach auch Rudolph I. seit dem Jahre12-7Z, und unter Sigismund, der 14,1 die Regie-rung antrat, wurden die Fürsten damit begnadiget,daß sie roth siegeln dursten; diese Erlaubniß erhieltder Kurfürst Friedrich von Sachsen im Jahre 142Z.Im vierzehnten Jahrhundert fing man an, das Wachsgrün, und zuweilen schwarz zu färben; indessen wa-ren Siegel von grünem Wachs im -4ten Jahrhun-dert noch selten, aber nachher wurden sie häufiger.In England und Frankreich hat man sie eher gehabtn). Herr von Murr fand ein Manuskript vom JahriLLY, in welchem noch gekehrt wird, wie manweiffes Wachs grün und roth färben könne 0).Blaues Wachs ist noch nicht erfunden worden, da-her es lächerlich war, wenn Kaiser Friedrich lll.den Hanns Schenk, Herrn von Tcutenberg, undKaiser Karl V. im Jahre ,§24 dem Doctor Stock-heimer das Vorrecht gaben, sich des blauen Wach-ses zu Sl geln zu bedienen.
Zu Ende des -4tenJahrhunderts legte man schonVerwahrungsdecken auf die Kapselsiegel, und wahr-scheinlich entstanden hieraus die Siegelüberzüge vonPapier. Im Jahre 1427 gebrauchten die Hanse-Städte solche Siegel, bey denen der Stämpel ins Pa-pier gedruckt war, und schon einige Zeit vorher wa-ren dergleichen Siegelüberzüge bey ihnen gewöhn-lich. Herr Amtmann Roos in Mercheim hat auch anUrkunden des -6ken Jahrhunderts solche Siegelliberizüge von Papier wahrgenommen p).
Auch die Siegel von Gold, Bley und ander» Me-tallen find sehr alt. Der bleyernen Siegel bedienten