Band 
Sechster Theil.
Seite
332
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ZZ2 Siegellack,

sich schon die römischen Kaiser bey ihren Verordnungenvom Trajanus, oder vom Jahr y8 an, bis aufden Ju-stinian, oder bisza/; und bey den pabstlichen Bullenfindet man bleyerne Siegel vom dritten bis auf daszwölfte Jahrhundert q). Der Kaiser Karl IV., deriZ4y zur Regierung kam, gab noch häufig Siegelvon Metall. Das Majestatsfiegcl, worauf ein Regentauf dem Throne fitzend mit den Reichsinsignien ab-gebildet ist, hat Kaiser Heinrich ll. im Jahre ionszuerst gebraucht, und Kaiser Heinrich V,, der 10^6zur Regierung kam, soll es zuerst in einer Urkundeein Majestätssiegel genannt haben r).

Sparer als die Wachs- und Bleysiegel kamendie Siegel von Mehlkleister, Brotteig und Oblateauf. Auch sogar Könige sollen vor Erfindung desSiegellacks ihre Briefe mit Kleister versiegelt haben.Eigentliche Urkunden wurden aber nie mit Oblatengesiegelt. In den größten diplomatischen Samm-lungen findet man kein Oblatensiegel, das viel über-c>o Jahre alt zu seyn scheint s ). Herr MartinSchwartzner (andere schreiben Schwärmer), Pro-fessor der Diplomatik zu Pest, hat unter den Hand-schriften der dortigen Universitats - Bibliothek, dreymit Oblaten gesiegelte Schriften gefunden, welchesdie ältesten Oblatensiegel sind, die man kennt. DaSälteste von diesen Siegeln ist einem Reisepässe auf-gedrückt, den drey nach Wien abgehende Jesuitenvon dem P. Visitator in den Niederlanden erhiel-ten, und der 160Z zu Brüssel datirt, und mitdem gewöhnlichen Jesuiten »Jnsiegel besiegelt war.Die beyden andern mit Oblaten gesiegelte Schriftenfind auch yoch vor dem Jahr 1624 geschrieben r). Herr