Siegellack. ZZZ
Regierungsrath Spieß hüt einen Brief gefunden, denD. Krapf zu Speyer 1624 an die Fürstl. Regierungzu Bayreukh schrieb , an dem sich ein rothes Oblatcn-siegel befindet u). Herr Amtmann Roos hat im Dhau-nischen Archive ein Oblatensiegel vom Jahre 162Fgefunden, welches er noch für älter hält v). Die Canz-ley in Bapreurh fing aber erst 170^ an, mit Ob-laten zu siegelm
Einige Gelehrte erzählen auch von einem Siegel-kitt, den sie Maltha nennen und der aus harzigtenbrennbaren Dingen verfertiget wurde. Ist dieses ge-gründet : so muß man diese Maltha für das ersteSiegellack halten, weil unser heutiges Siegellackauch aus harzigten Theilen besteht v).
Unser jetziges Siegellack wurde etwa um das Iahterfunden. Anfangs hieß es spanisches Wachs,vielleicht wegen seiner Neuheit, denn alles, was je-manden fremd oder selten vorkam, nannte man sonstspanisch ; vielleicht führte es aber auch diesen Nahmendeßwegen, weil sich der erste Gebrauch des Siegellacksaus den spanischen Niederlanden herfchrieb- welcheVermuthung durch manche Umstände bekräftiget wird ,die weiter unten angezeigt werden sollen. Der NahmeSiegellack scheint erst dann aufgekommen zu seyn, alsman das Gummilack statt des gemeinen Harzes zunehmen anfing. Das Siegellack verdrängte indessennicht gleich den Gebrauch des gemeinen Siegelwach-ses, weil letzteres wohlfeiler war und weil privile-girte Personen und Landesherren das gemeine Sie-gclwachs vorzugsweise brauchten.