Band 
Siebenter Theil.
Seite
34
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Z4 Spinnrad,

nur zu feinem Gespinnste und für Personen schickt,die keine grobe Hände haben. Der Rand des Tret-rads ist breiter und hat zwey Riefen oder Gänge fürzwey Schnuren, von denen jede eine besondere Spuh-le umtreibt.

Der rußische Archiater Herr v. Fischer in Rigafragte im Jahre 1769 bey einem seiner Freunde nach ,ob um Niemeck noch das Spinnrad mit doppelterSpuhle im Gebrauche wäre- davon in den Breßlaui»scheu Sammlungen eine Nachricht und Anzeige stände-daß es um die Jahre >7,4 oder 1724 von einemDrechsler zu Niemeck erfunden und in Uibung gebrachtworden sey ? Der Freund des Herrn Archiater Fischerkonnte nun zwar jene Nachrichten in den BreßlauischenSammlungen nicht finden - schloß aber doch aus derAnfrage, daß das Spinnrad mit zwey Spuhlen keineneue Erfindung und so gar in der Gegend um Niemeckeinheimisch gewesen sey 3). Ferner findet man imHannoverischen Hausvater b) aus dem IVIemcüres cleLremtzns, daß bereits um das Jahr I7ZY eine gewisseDemoiselle Vindac, der dortigen Gesellschaft ein Radvorgezeigt habe, auf welchem mün mit beyden Händenspinnen könne. In den Braunschweigischen Anzeigenvom Jahre 17L1 soll dergleichen Rad im Kupferstichzu sehen seyn c). Die ökonomische Societät zu LeipzigMachte im Jahre 17ÜY ein Modell von einem Spinn-rade mit doppelter Spllhle bekannt- an welchem maumit beyden Händen spinnen könne, und es fand sich garbald ein sehr geschickter Drechsler in Belzig, MeisterKeppler, welcher dasselbe mit solcher Genauigkeit imGroßen ausarbeitete, daß diese Art des Spinnradsseit dieser Zeit einen allgemeinen Beyfall erhielt 6).