Band 
Siebenter Theil.
Seite
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Spinnrad. dL

In den Leipziger ökonomischen Nachrichten e) liestman, daß ein Reisender aus einem Orte unweitWittenberg eine alte Auszugsmutter bey einem Spinn-rads mit doppelter, doch übereinander stehenderSpuhle angetroffen habe. Diese Mutter hat an einemsolchen Rade sehr fertig und mit vielem Vortheilespinnen können, denn sie hat in eben der Zeit nocheinmahl so viel Garn bereitet, als andere mit einemeinspuhligen Rade bereiten konnten. Die Frau be-hauptete, ihr Sohn, ein Müllersbursche, habe diesesRad erfunden, und es käme dabey alles auf das lan-ge ausziehen des Flachses vom Rocken an k).

Gemeiniglich schreibt man die Erfindung deszweyspuhligen Spinnrads dem Prediger Trefurt zuRiede, in dem Hannöverischen Amte Sieke, in derGrafschaft Hoya zu, welcher >767 starb Z). DiesesSpinnrad des Predigers Trefurt wurde am ntcnAprill 176^ der Hamburgischen Gesellschaft zur Beför-derung der Manufacturen, Künste und nützlichen Ge-werbe vorgezeigt N). Eine ältere Nachricht davon istmir nicht bekannt. Vergleicht man nun diese Jahrzahlmit den vorhcrangezeigten früheren Spuren des zwey-spuhligen Spinnrads: so kann der Prediger Trefurkwohl nicht der erste Erfinder desselben seyn. SeineErfindung schränkt fich wahrscheinlich nur dahin ein,daß er die zwey Spuhlen, die sonst übereinander stan-den , neben einander ordnete und dadurch die Einrich-tung desselben einfacher und bequemer machte. Nach-her hat der Spinnradmacher Flohr zu HemMendorfim Amte Lauenstein dieses Spinnrad erheblich ver-bessert. Seine Räder unterscheiden fich von denen,welche zu Riede gemacht werden, dadurch, daß!

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