9» Steinschleifcrkunst.
Egyplier selbst erfunden hatten, beydes kann abernicht erwiesen werden. Leffing und andere haltendafür, daß die Alten das Diamantpulver nichtkannten. Erst lange nachher machte man, wie wirin der Folge hören werden, die Entdeckung, daßder Diamant durch sein eignes Pulver geschliffenwerden könne, daher man den Diamgnt zu Pulverzermalmte, sich bloß dieses Pulvers bediente, unddarüber hernach die alte Art, mit den Splitterndesselben zu schleifen, vergaß t).
Uibrigens findet man bey den Egypticrn nochkeine erhabene, sondern bloß hochgcgrabene Edel-steine. Die meisten egyptischen und hetrurischenSteine waren Hcarabm d. i. sie zeigten auf ihrererhabenen und gewölbten Seite einen Käfer. DieEgyptier schnitten ihre Gottheiten in Lachs LuLulioder in armenischen Stein x).
Von den Egyptiern kam die Steinschneidekunstzu den Jsraeliken, unter denen sich Bezaleel be-rühmt machte, der der älteste Sleinschnctder ist,den man mit Nahmen kennt. Durch diesen Beza-leel ließ Moses auf die zwey Onychsteine, die sichauf den Schulterhandcrn des hohcnpricsterlichen Leib-rocks oder Dbermanrcls befanden, die 12 Nahmender Stamme Israels einschneiden, so daß auf je-dem Steine sechs Nahmen standen li); auch mußteBezaleel aus jeden von den 12 Steinen, die aufAarons Brustschilde in drey Reihen geordnet wa-ren, einen Nahmen von den 12 Stammen Israelsstechen i). Es wird ausdrücklich gesagt, daß Beza-beel die Steine künstlich zu schneiden und einzuse-tzen wußte K.).