-58 Tactik.
schützet Kanonen von gröberen Stimmen entgegen-stellen, die Truppen auf Bodensarten, die sie vordem feindlichen Geschütze sicherten, postiren, und,um das Blut des Soldaten in Warme zu erhal-ten, ihn früher, als es die Schußweite der Flintefordert, mit seinem eignen Musketenfeucr beschäf-tigen müsse. Man üble daher die Soldaten im Gc-schwindschießen und verabsäumte jene Bewegungenganz, wodurch sich die alten Griechen in Schlachtenden großen Vortheil verschafften, Toden zu gewin-nen. Man dachte nun an die Vermehrung desFlinten - und Kanonkufeucrs und brachte es an sol-chen Orten an, welche im ausfpriugendcn Winke?die Seite und den Rücken der vorfchreilenden Fcind'ebeherrschten. Nunmehr betrachtete man das Fuß-volk mit dem untcrgemischlcn Geschütze nicht mehr,als den thätigen Theil eines großen gelenksamenKörpers, sondern als eine wandernde Festung. Dieeinsichtsvvllesten Feldherren glaubten, in Schlachtennicht anders siegen zu können, als wenn sie den An-griff auf gewisse Standpunkte hefteten, auf derenEroberung ein Heer, wenn es sich gehörig unter-stützt weiß, mit einem Eigensinne besteht, den manfür Tapferkeit halten sollte. Die französischen Feld-herren unter Ludwig XIV. und XV. schlugen alleauf diese Art.
Diese Idee führte aufdie einfache Regel, Schau-ten hinter Schaaren in Kolonnen zu ordnen. Umdie zum Angriffe bestimmten Kolonnen zu unterstü-tzen, entzog man dem Treffen zwey Drittheile desHeeres und sackte die feinsten Griffe der Verbleu-'