174 Tapeten,
es werdeti erst Zeichnungen auf das Papier gemacht,die man mit Leim bestreicht, und dann klare gefärbteWolle darauf siebet. Nach dem Privilegium - wel-ches König Karl I. von England »674 dem Jero-me Lanyer über diese Arbeit ertheilte, soll dieserLanyer die Kunst erfunden haben- Wolle, Seide-und andere Materialien von verschiedenen Farben,auf Leinewand, seidene Zeuge, Caltun, Leder undandere Sachen mit Del, Kult oder Leim zu befestiggen. In der Folge wandte man diese Kunst aufsPapier an. Der Franzos Tierce behauptet aber,daß der Franzos Fran^ois zu Rouen schon >620und idZo dergleichen Tapeten verfertiget habe, unddaß diese Kunst erst durch Franzosen, die wegender Religion nach England fluchteten, nach Eng-land gekommen sey f). Um den Papiertapclen ei-ne Aehnlichkeit mit reichen Zeugen zu geben, diemit Silber oder Gold durchwirket sind, hat manschon zeitig den Glimmer oder das Katzensilber an-gewand; Nachher erfand der Nürnberger JohannHautsch (geb. -LyL, gest. >670) zu dieser Absichtden nürnbergischen Streuglanz §), und seit dieserZeit wurden die Papiertapeten in Teurschland be-kannt. Schon vor dem Jahre >76^ ließ Herr Ec-card im Hüag Papiertapclen von einer besondernErfindung verfertigen; er ließ sie so drucken, alswenn sie mit Gold oder Silber durchwirkt oder ge-stickt waren. Die gedruckten, oder ausgemaltenPapierlapeten, welche mancherley Arten von Mar-mor, Porphyr, und andere Steinarten vorstellen,hat Herr Johann Gottlob Jmmanuel Breitkopf inLeipzig zu einer großen Vollkommenheit gebracht;