Band 
Siebenter Theil.
Seite
176
JPEG-Download
 

;?6 Tapeteru

stellt die Zeichnung gleich rechts dar, wie das Mü-«ster ist. Im Jahre 1737 verfiel man daselbst aufdas Mittel, die Hauptzcichnungen des schönen Mu-sters auf ein durchsichtiges Papier zu trage» , das-selbe zu zerschneiden, und die Streifen an die Ket-te zu heften; anfänglich that man dieses nur andem hochsckaftigcn Stubl. aber 174Y wandte manes auch auf den rieffchäftigen Stuhl an. Ob leDrun diese Erfindung gemacht, mag ich nicht ent-scheiden, man meldet aber von ihm, daß er dieim Gobelin verfertigten Tapeten zu ihrer Vollkom-menheit gebracht, und die Zeichnungen selbst dazuverfertiget habe !)^ Im Jahre 17L8 gab Vaucan-son eine Einrichtung an, wodurch er den tiefschäf-tigen Stuhl verbessern, und der Unbequemlichkeitabhelfen wollte, daß der Künstler nicht nöthig ha-be, das Stück abzuwinden, wenn er seine Arbeitbetrachten wollte; aber seine Arbeit leistete nicht ssviel, als man anfänglich glaubte.

Einige find der Meinung, daß diese Art dcpTapetcnwirkcrey nicht zuerst in den Niederlandenaufgekommen, sondern erst aus Frankreich nachBraband, besonders nach Brüssel gekommen sey,welches jedoch noch nicht ausgemacht ist. In Brüs-sel wirkt man nur auf tieffchästigen Stühlen. AuSden Niederlanden kam diese Kunst nach Teutsch-land, und zwar zuerst nach Schwabbach, von da indie preußischen Saaten, nähmlich nach Berlin,durch DeS Vignes, wo man nur auf tiefschäftigenStühlen arbeitet; dann kam sie nach Wien, und176Z wurde auf dem Schlosse zu Heidelberg eine

solche