2L2 Todtenhaus.
dig s). Asclepiades aus Prusium in Bythinien, derzur Zeit des Mithridates lebte, brachte einen Tod-ten, der schon auf dem Scheiterhaufen lag, wiederins Leben b). Auch in neueren Zeiten fehlt es nichtan Beyspielen von Schcintodren. In einem Dorfein Poitou lag eine Frau an einer schweren Krank-heit darnieoer, und verfiel in eine Schlafsucht.Man hielt sie für todt, wickelte sie in ein leinenesTuch, und trug sie, ohne Sarg, wie es dort Sittewar, zur Grabestätte. Die Träger kamen an einenDornenbufch, wo die Frau von den Dornen geris-stn wurde, und wieder erwachte. Crfi nach >4 Jah-ren starb sie, und als die Träger an den Ort ka-men, wo sich die Frau an den Dornen gerissenhatte, rief der Mann den Trägern etliche Mahl zu:kommt der Hecke nicht zu nahe! c) Gellcrt hat dieseGeschichte vortrefflich besungen. — Eine Gold-schmiedsfrau wurde in Dr?sden begraben; der To-tengräber grub sie des Nachts aus, um sie zu be-stehlen, und als er eben damit beschäftigt war, denDiebstahl zu begehen, erwachte die Frau, und kamin der Nacht nach Hause ci). Ohngeachtet solcherFälle hat man doch spät auf Mittel gegen das Le-bendigbegraben gedacht.
Einige sagen, daß in dem Hannoverischen Ma-gazin (ohne jedoch das Jahr und den Ort anzuzei-gen) der erste Borschlag zur Errichtung eines Lei-chenhauses gemacht worden sey; nach andern hatder Herr Hofmedicus O. und Professor Hufelandaus Weimar im fünften Stück des teutschen Mer-kurs vom Jahr 1790, und zwar in -er Abhand-