Todtenhaüs. 2Lz
lung über die Ungewißheit des Todes und über daseinzige Mittel, das Lcbendigbegraben zu verhülhen,die Idee zu einem Leichenhaufe zuerst in Vorschlaggebracht, die er auch im Jahr >791 zu reälisirenanfing, da er von dem Hofe zu Weimar sowohl,als auch von den Einwohnern der Stadt bey diesemrühmlichen Unternehmen durch eine freywillige Sub-scription reichlich unterstützt wurde. Das Haus wurdeauf dem Gottesacker errichtet, und enthalt ein Zim-mer, worin acht Leichen bequem liegen können; eshat Zugröhren zur Reinigung der Luft, unter demFußboden aber laufen Ofenröhren hin, um die War-me gleichförmig zu verbreiten. Dabey ist noch eineStube für den Wachter mit einem Glasfenstcr inder Thür, um die Leichen beständig im Auge zuhaben, und eine Küche zur Bereitung der nöthigenHülfsmittel, Bäder u. dgl. wenn etwa Lebenszei-chen an einer Leiche gefunden werden sollten. Anden Händen und Füßen der Todten werden Fädenangebracht, deren geringste Bewegung eine damitin Verbindung stehende Schelle hörbar macht.Hierauf machte man auch an andern Orten Anstal-ten zur Einrichtung solcher Leichenhäufer. EinePredigt des Herrn Domprediger Wolf in Braun-schweig, über die Nothwendigkeit nach HufclandSVorschlage Leichenhäufer anzulegen, hatte die Wir-kung, daß der dafige Herzog und das Publikum dieKosten bewilligte, um auf jedem Kirchhofe gedach-ter Stadt Leichenhäufer zu errichten. Auch in Er-langen und Hatte machte man dazu Anstalt. Inder Grafschaft Lundurg befahl der Herr Graf vonRechtem aller Orten Leichenbehältniste zur Verhu-