Torf. 261
daß dre Chauzen, die einen Theil von Niedersachsenund Wcstphalen bewohnten , eine moorigte Erdemit den Handen zusammen ballten, an der Lufttrockneten und dann damit kochten oder sich auchdaran wärmten, vom Torfe zu verstehen sey. DerGebrauch des Torfs zur Feuerung geht also überdie Epoche der schriftlichen Nachrichten von Teutfch-land hinaus und Winsenins irrt, wenn er in seinerFrieslandischen Chronik sagt, daß der GebrauchdeS Torfs zur Feuerung um das Jahr 12,^ erfun-den und 1222 allgemein geworden sey; nur so vielfolgt aus seiner Erzählung, daß der Gebrauch desTorfs zur Feuerung um jene Zeit in den Niederlan-den bekannt war, denn im Jahr 121.5 schenkten dieWald-und Bergleute dem einige Meilen von Lecu-warden gelegenen Kloster Mariengacrd viele Torf-moore. In Frankreich ist der Gebrauch des Torfszur Feuerung erst 1621 durch Charles de Lamber-ville, Parlamentsadvokat zu Paris, bekannt ge-macht worden, welcher ihn in Holland kennen ge-lernt hatte.
Das Verkohlen des Torfs schlug Johann Joa-chim Becher um das Jahr 1669 vor c). DieseErfindung ist eine der nützlichsten in Rücksicht desTorfs, weil die Torfkohlen leichter, regelmäßigerund ohne üblen Geruch brennen, alle Dienste derHolzkohlen leisten und sogar beym Eisenschmelzenetwas mehr Eisen aus den Minen, bringen, alsman durch Holzkohlen erhalten kann. In Teutsch-land ist das Verkohlen des Holzes etwa seit 74 Jah-ren bekannt geworden. Herr von Carlowitz erfand