Band 
Siebenter Theil.
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300
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Zoo Turnier.

auch die Damen nichts sehnlicher, als diese Spiele,erwarteten, nicht bloß, weil sie ihnen wegen ihrerPracht ein Vergnügen machten, sondern vielmehrdeßwegen, weil sie selbst dabei) in großer Pracht er-scheinen konnten, die Königinnen des Fests waren,die Ehre des Vorsitzes dabey genoßen, den Prcißaustheilten, und einen jungen Ritter mit ihrer Lie-be beglücken konnten. Die Ritter hatten hier eineGelegcnbeit sich in prachtvoller Rüstung vor den ta-pfersten Männern, und schönsten Weibern zu zeigen,und die Hoffnung, den Dank des Turniers zu er-ringen, und zugleich einen Kuß von der schönen Ge-berin zu erhalten, belebte ihren Muth mit neuemFeuer. Um nun an den Turnieren Theil nehmenzu dürfen, bemühte sich jeder Ritter, sich außer denGesetzen der Rillerfchaft, als Religion, Tapferkeit,Rcchrschaffcnhcil und Liebe, auch nach den Turnier-gesetzen gemäß zu betragen, wodurch der Adel selbstverfeinert wurde.

Vorn Ursprünge der Turniere überhaupt.

Da die Turniere luclus Irojsc, luä, eguellre»,üofliluäiL genannt werden, so hat man darausschließen wollen, daß die Turniere schon den Tro-janern bekannt gewesen wären. Besonders hat manihren Ursprung und Nahmen von den trojanischenSpielen ableiten wollen, welche Acneas, seinem ver-storbenen Vater Anchiscs zu Ehren, in Sicilien an-stellte, in welchen die jungen Trojaner Wettrennen,und Kämpfe anstellten n); auch gedenkt Virgil einesStreits zu Fuß, den die trojanischen Helden an-stellten. Andere haben die Turniere für eine Nach-