Turnier. Zoz
Witwen, Waistn und verfolgten Damen zu ge-brauchen. Hatten die Ritter keine Gelegenheit hier-zu und hatten sie keine Fehde zu befürchten: so wall-fahrteten sie ins gelobte Land, oder zogen als Abend-teurcr durch Teutschland und die benachbartenReiche oder besuchten Turniere. Letztere waren einfür den Ritter-und Adelstand ausschließliches Ver-gnügen, welches Könige, Fürsten, Grasen undDynasten bey feycrlicben Gelegenheiten anstellten,um ihre Gaste zu unterhalten, vorzüglich aberdem männlichen Geschlechte Gelegenheit zu geben,sich im Kämpf zu üben, sich auf den Krieg vorzu-bereiten und die für den Sieger bestimmte Beloh-nung zu erringen.
Aus einer Stelle des ProcoviuS in), der imJahr LÜo lebte, erhellet, daß den Turnieren ähn-liche Ritkerspicle sowohl unter den Franken als auchunter andern Völkern üblich waren, wobey auch ei-ne goldene Medaille, die bey den Franken mit demBilde des fränkischen Königs, bey den Teutschenaber mit dem Bilde des römischen Kaisers geziertwar, ausgetheilt wurde. Die Worte des Proco-pius sind folgende: all cerraimnis eguetkris lpeKa-culum aureun» nummum nscivo meralo ki (b'ran-corum reZes) cuäunr, rion roirmm imperacoris, uteueren kolenr, imuchns, kell tun imprsllu. Diesesist wahrscheinlich die älteste sichere Spur Turnier-ähnlicher Spiele. Die zweyte findet man beymNithardus n), der im neunten Jahrhundert, andem Hofe Ludwigs des Frommen (regierte von 8>6bis Lgo) lebte und von den Söhnen Ludwigs desBuich Haudb. d. Erf. 7. Th. U